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Soziale Infrastruktur: Staatssekretär für Familie zu Besuch im Ahrtal

Nach der Flut im Ahrtal muss auch die soziale Infrastruktur wieder aufgebaut werden. (Foto: Red.)


Bereits wenige Tage nach der Flutkatastrophe im Ahrtal hat der Runde Tisch „Soziale Infrastruktur“ seine Arbeit aufgenommen und in der Zwischenzeit zahlreiche Projekte und Maßnahmen auf den Weg gebracht. Vor diesem Hintergrund traf sich David Profit, Staatssekretär und Amtschef im Ministerium für Familie Rheinland-Pfalz in der Kreisverwaltung mit Siglinde Hornbach-Beckers, Fachbereichsleiterin für Jugend, Soziales und Gesundheit, zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch.

Ich begrüße es sehr, dass der Runde Tisch für den Wiederaufbau der sozialen Infrastruktur einen breit angelegten Partizipationsprozess startet, der auch in die Fläche geht. Das Ministerium wird die daraus resultierenden Initiativen gemeinsam mit der Kreisverwaltung bestmöglich unterstützen. Wichtig ist dabei auch, dass diese Initiativen nicht nur der akuten Krisen- und Traumabewältigung dienen, sondern langfristig und damit nachhaltig angelegt werden sollen. - Staatssekretär David Profit

2022 stehen alle Generationen im Fokus, angefangen von Kindern, Jugendlichen, Familien bis hin zu Senioren, um diese mit Blick auf die Gestaltung ihrer Zukunft in ihrem direkten Lebensumfeld zu beteiligen. Und dies angefangen von der Themenfindung über die Planung der einzelnen Projektschritte bis hin zu deren Umsetzung. Fachbereichsleiterin Hornbach-Beckers betont, dass es den Akteuren des Runden Tischs wichtig sei, nicht aktionistisch vorzugehen und vorzugeben, was die einzelnen Generationen benötigen. Vielmehr sollen diese selbst maßgeblich bestimmen, wie sie sich ihre Zukunft und das Leben vor Ort vorstellen. Das erfordere enge Abstimmungsprozesse, um Mehrfachstrukturen zu vermeiden. Bisher sei dies gut gelungen. Derzeit sei allerdings leider auch zu beobachten, dass beispielsweise im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit mehrere Träger gleichzeitig mit nahezu identischen Angeboten an den gleichen Orten auftreten. „Umso wichtiger ist es, die Menschen vor Ort selbst zu beteiligen und Ressourcen gezielt einzusetzen. Wir werden keine Bedarfe konstruieren, wo keine sind, sondern dort ‚anpacken‘, wo wir gebraucht werden. Insofern freuen wir uns auf die Begegnungen mit den verschiedenen Generationen im Aufbaugebiet.“

Zudem ist Anfang Februar für junge, benachteiligte Menschen das Vorhaben „Schule, Ausbildung, Handwerksberuf(ung)“ in Kooperation mit Schulen, Trägern der Jugendsozialarbeit, der Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit und weiteren Unterstützern im Kreis gestartet, das von der Globus Stiftung 2022 mit 60.000 Euro unterstützt wird.

Wichtig: Alle vom Runden Tisch umgesetzten Vorhaben werden von und mit ausgebildeten Fachkräften geplant und umgesetzt.

Es war bereits der fünfte Besuch von Profit nach der Flutkatastrophe im Ahrtal. Schon eine Woche nach der Flut war er in das Katastrophengebiet gereist und beriet mit Fachbereichsleiterin Hornbach-Beckers erste Schritte und Maßnahmen zum Wiederaufbau der sozialen Infrastruktur. Darüber hinaus nahm er auch als Vorlesepate an der Aktion „Rollender Adventskalender“ teil, die in der Vorweihnachtszeit Kinder im Aufbaugebiet jeden Tag zu kreativen Mitmachaktionen einlud.
Am Runden Tisch „Soziale Infrastruktur“ sind mehr als 30 anerkannte Partner und Träger der sozialen Infrastruktur im Kreis Ahrweiler beteiligt. Sie nutzen ihre bestehenden Netzwerke und stehen im engen Austausch, um Betroffenen der Flutkatastrophe ihre Angebote unbürokratisch zur Verfügung zu stellen und bestmögliche Hilfen anzubieten. In fünf Schwerpunktgruppen – 1. Jugend und Familie, 2. Senioren, 3. Jugendsozialarbeit, 4. psychosoziale Beratung und Begleitung, 5. Wohlfahrtsverbände – erarbeiten sie konkrete Projekte und Hilfsangebote und setzen diese um.

Wie beispielsweise das von der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland e.V. finanzierte Projekt „Mobiler Beratungsbus im Kreis Ahrweiler“. Dieser ist seit Mitte September 2021 zur Unterstützung der Menschen im Alltag vor Ort im gesamten Flutgebiet unterwegs.