Überfüllte Schulbusse und Eltern, die das nicht mehr hinnehmen wollen.

Dies ist eine Geschichte, bei der es um den Transport von Kindern zu ihrer Schule geht, die zunächst einmal nichts mit Corona zu tun hat. Die Pandemie hat dann aber die Situation weiter verschärft, weil es keine Lösung für das Thema gibt, obwohl es um Kinder  geht und wir keine Gelegenheit  auslassen, um zu betonen, wie sehr uns ihr Wohl am Herzen liegt.

Es ist auch  kein den Landkreis Mayen-Koblenz exklusiv  betreffendes Thema. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm sucht händeringend Busfahrer, um den Transport von Schülern coronagerecht gestalten zu können. Auch hier mehren sich die Klagen von Eltern. Bei unserem Thema   geht es um tägliche Schulfahrten, die an der Integrierten Gesamtschule Maifeld in  Polch enden und die ihren Anfang in Mayen-Alzheim nehmen. Von dort geht der Bus über Kehrig nach Polch. Dieser Bus ist regelmäßig derart überfüllt, dass die Sorge der Eltern, ihre Kinder könnten Schaden nehmen spätestens seit Herbst 2019 massiv zugenommen hat. Es gibt Kinder, die darunter so leiden, dass die Eltern sie wieder in die Schule fahren.

Ulrike Holly ist eine der Mütter, die diesen Zustand seit längerem nicht mehr bereit sind hinzunehmen. Couragiert streitet sie in der Sache. Die Chronologie ihrer Aktivitäten liest sich so:

Seit es die Problematik überfüllter Schulbusse gibt, hat sie die Schule, die IGS Maifeld, eingeschaltet. Dort hat man ihr mitgeteilt, diese Zustände seien leider an der Tagesordnung und beträfen nicht nur diesen Bus. Die Überfüllung der Busse mit Kindern liege auch  lange vor der Coronazeit.

Am 27.September 2019 hat Frau Holly die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz auf die Überfüllung des Busses und auch den in aller Regel übellaunigen Busfahrer hingewiesen. Die Antwort der Kreisverwaltung kam am 30.September . Der Verkehrsmanager werde die Situation vor Ort prüfen. Ein Ergebnis der Prüfung hat Frau Holly nicht erhalten.

Am 13.November 2019 hat sie eine weitere Mail geschrieben und darin geschildert, der Busfahrer habe wegen Überfüllung des Busses die Tür geschlossen, obwohl noch ein Kind draußen stand. Erst als die im Bus befindlichen Kinder noch enger zusammenrückten, dufte das draußen stehende Kind auch noch in den Bus. Die Antwort der Kreisverwaltung kam prompt. Am 14.November wurde mitgeteilt, dass die Beschwerde an das Busunternehmen gegeben wurde. Eine Antwort des Unternehmens an die Eltern gab es nicht.

Am 16.Dezember 2019 schrieb Frau Holly der Kreisverwaltung folgende Mail:

Heute kamen beide Busse überhaupt nicht. Die Kinder, deren Eltern arbeiten gehen, so wie ich, stehen dann auf der Straße. Es ist einfach unmöglich, dass sich niemand darum kümmert.

Am 6.Januar 2020 gab es eine Antwort der Kreisverwaltung. Jetzt sei die Firma DG Regio für die Busse zuständig und man erhoffe sich eine Verbesserung der Situation.

Das Fazit von Frau Holly und anderer Eltern: gebessert hat sich nichts. Zu Beginn des neuen Schuljahres 2020/21 und inmitten der Pandemie hat Frau Holly erneut auf die erheblichen Missstände und die gesundheitliche Gefährdung der Kinder hingewiesen. Die Beschwerde, so wurde ihr am 20.August mitgeteilt, sei an das zuständige Busunternehmen weitergegeben worden. Seitdem gibt es keine Reaktion.

Aktuell4u hat die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz um eine Stellungnahme gebeten. Martin Gasteyer, Pressesprecher des Landkreises, versteht die Situation der Eltern. Es sei eine jährlich nach den Ferien wiederkehrende Situation, die sich durch Corona noch erschwere. Auch in Mayen-Koblenz fehlen Busfahrer. Gasteyer geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen entschärft. Der Landkreis tue alles dafür, um einen geordneten Transport der Schüler zu garantieren.

Wer sorgt sich ebenfalls um die Gesundheit ihrer Kinder, schreiben Sie uns ihre Erfahrungen an redaktion(at)aktuell4u.de

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