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VC 77 Neuwied: Pandemie hat Volleyballbundesliga im Griff - Spiel gegen Potsdam abgesagt

Auf gefüllte Zuschauerränge werden die Deichstadtvolleys wohl erstmal wieder verzichten müssen (Foto: Niebergall).


Die Verunsicherung durch steigende Corona-Inzidenz trifft den VC Neuwied 77 weiter. Das Heimspiel am Samstag gegen den SC Potsdam findet nicht statt, da die Deichstadtvolleys bis dahin noch nicht spielfähig sind. Nach Gesprächen zwischen der Volleyball Bundesliga (VBL), dem SC Potsdam und dem VC Neuwied nahm die VBL die Partie am Mittwoch aus dem Wochenendkalender. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Infektionsrisikos kommen auf Teamumfeld und Zuschauer zu.

Letztmalig hatten die Deichstadtvolleys am 12. November gegen die LiB Aachen auf dem Feld gestanden, dann wurden bei vier Spielerinnen Covid-19-Infektionen festgestellt: Das Spiel am 20. November in Schwerin musste abgesagt werden (wir berichteten), die Betroffenen begaben sich in Quarantäne, nur ein Teil der Mannschaft konnte weitertrainieren.

Doch mit Ende der Quarantäne an diesem Freitag ändert sich die Problemlage für die Deichstadtvolleys nicht grundlegend, denn bereits am Samstag sollte der SC Potsdam im Rhein-Wied-Gymnasium antreten. Faktisch aber hat der VC Neuwied bis dahin noch keine Mannschaft zur Verfügung: Bei vorliegendem negativem PCR-Test als Grundlage für das Quarantäne-Ende muss zusätzlich noch eine umfangreiche internistische und sportmedizinische Untersuchung durchgeführt werden, um Folgeschäden wie Long-Covid für die vier Spielerinnen auszuschließen. Dies aber sei in der Kürze der Zeit nicht mehr realisierbar, hatten die Neuwieder Teamärzte der VBL am Montag mitgeteilt. Neuwied hätte bis Samstag also noch keine einsatzfähige Mannschaft gehabt. Der ursprüngliche Zwölferkader ist durch das Ausscheiden von Tina Simic auf 11 Spielerinnen geschrumpft, davon fällt Julia Wenzel durch ihre Langzeitverletzung auch noch aus (wir berichteten). Der VC Neuwied hätte also nur 6 Spielerinnen für den geplanten Spieltag aufbieten können.

Über die Entscheidung der VBL zur Spielabsetzung am Samstag ist Manohar Faupel sehr erleichtert und blickt auf eine problemlösende Diskussion in engem Kontakt mit der VBL und dem SC Potsdam zurück. „Beide waren sich unserer Problematik bewusst und dass wir nicht die einzigen sind, die in eine solche Situation geraten können“, fasst er die Beratungsatmosphäre zusammen. Schwierigkeiten bereite derzeit noch die Terminierung der Nachholspiele, zumal mit Potsdam und Dresden zwei anstehende Gegner noch im Halbfinale des Pokalwettbewerbs stehen. 

So ist Neuwied zunächst, unabhängig von der Spielabsage für Samstag, von zwei Spielplanänderungen betroffen. So fällt dem DVV-Pokal-Halbfinale das Heimspiel am 18. Dezember gegen Dresden zum Opfer. Dieses findet dann am 8. Januar statt, das ursprünglich dort angesetzte Spiel gegen Münster findet daher am Mittwoch, dem 12.Januar statt. Sicher wird dies nicht die einzige Englische Woche für die Deichstadtvolleys bleiben.

Nachholtermine für das Spiel in Schwerin und zuhause gegen Potsdam liegen derzeit noch nicht vor.

Die Mannschaft wird noch stärker als bisher gegen mögliche Infektionen abgeschirmt, Testungen werden zahlreicher, ungeimpfte Personen aus dem weiteren Umfeld und dem Helferstab müssen auf Distanz gehalten werden. 

Mit der VBL besteht Einigkeit darüber, dass Geisterspiele möglichst verhindert werden sollen. Als Beitrag zur Reduzierung von Infektionsherden kann Ungeimpften daher kein Zutritt in die Sporthalle des Rhein-Wied-Gymnasium gewährt werden. Geimpfte und Genesene müssen einen tagesaktuellen Schnelltest-Nachweis mitbringen und zusätzlich wird eine Maskenpflicht in der gesamten Halle eingeführt. Auch wenn diese Maßnahmen sicherlich keine Begeisterung auslösen werden, möchten die Verantwortlichen der Deichstadtvolleys damit in der gegenwärtigen Situation einen kleinen solidarischen Beitrag leisten. „Jeder in der Liga ist froh, dass momentan überhaupt noch gespielt werden kann, auch wenn z.B. in Dresden aufgrund der hohen Inzidenzen schon keine Zuschauer mehr zugelassen werden“, fasst Faupel die bedrohliche Situation für den Profisport zusammen.