Die Burgfestspiele 2025 in Mayen widmen sich unter anderem der Geschichte eines besonderen Ortes: dem Sterngarten. Unter der Intendanz von Alexander May wird eine vielfältige Auswahl an Stücken präsentiert, darunter auch „Sterngarten“, ein Theaterstück mit lokalem Bezug.

Mayen |

Das Programm der Burgfestspiele 2025 reicht vom Kinderstück „Das kleine Gespenst“ über Produktionen wie „Titanic“, „Ladies Night“ und „Die Leiden des jungen Werther“ bis hin zu „Das süße Gold“ – und eben dem Stück „Sterngarten“, das auf der kleinen Bühne im Arresthaus zur Aufführung kommt.

Ein Mayener Ort mit Geschichte

Wie einst „Zuckertoni“ in früheren Jahren, handelt es sich bei „Sterngarten“ um ein Stück mit direktem Bezug zu Mayen. Auch die Schauspieler stammen aus der Stadt. Im Zentrum steht der ehemalige Veranstaltungsort Sterngarten, der in den 1960er und 1970er Jahren als Treffpunkt für Politik, Musik, Karneval und gesellschaftliche Ereignisse galt.

Sterngarten zwischen Mythos und Realität

Der Sterngarten wurde von vielen Jugendlichen jener Zeit als geheimnisvoller Ort wahrgenommen, der eine gewisse Distanz zur Alltagswelt hatte. Veranstaltungen fanden dort statt, während sich der Alltag der Jugend eher um Fußball oder Treffpunkte wie die Milchbar im Corso drehte.

Historische Bedeutung des Hauses

Das Gebäude überstand das Dritte Reich, wurde nach dem Krieg wiederbelebt und war lange unter der Leitung der Familie Colmie ein Ort für besondere Ereignisse in Mayen. 1979 endete diese Ära, nachdem kein Nachfolger für die Leitung gefunden wurde. Der Versuch, den Sterngarten in eine Stadthalle umzuwandeln, scheiterte später ebenfalls.

Rückkehr auf die Bühne

2025 feiert der Sterngarten nun eine Rückkehr – nicht als Veranstaltungsort, sondern als Theaterstück. Mit großem Engagement bringen Mayener Darsteller das kulturelle Erbe ihrer Stadt auf die Bühne des Arresthauses zurück. Die Inszenierung vermittelt Einblicke in ein Kapitel der Mayener Gesellschaftsgeschichte.

Erinnerung an frühere Zeiten

Der Besuch des Theaterstücks weckt bei manchen Zuschauerinnen und Zuschauern Erinnerungen an eigene Erlebnisse in der Nähe des Sterngartens. In den späten 1960er Jahren war der Blick durchs Fenster oft die einzige Möglichkeit, einen Eindruck vom Geschehen im Inneren zu bekommen.