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Wärmepumpe: Klimaneutral und günstig heizen

Die Wärmepumpe ist die Hoffnung vieler Forscher für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. (Bild: Pixabay)


Sie ist effizient, günstig, klimaneutral und löst viele unserer energie- und außenpolitischen Probleme: die Wärmepumpe. Auf dem Papier ist sie eine Sensation, aber in den Mündern der Menschen wird das Thema gerade erst warm. Warum löst die Wärmepumpe so viele unserer Probleme und ist trotzdem noch kaum im Gebrauch?

Während die Diskussionen um die Energiewende nur klimapolitisch geprägt waren, fand die Wärmepumpe gelegentlich Erwähnung, jedoch wurde ihr keine große Bedeutung zugeschrieben. 2019 waren nur zwei Prozent der Wohnungen in Deutschland mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Jetzt befinden wir uns in einem anderen Zustand. Die Energiewende kann plötzlich doch nicht mehr ohne Verzicht einhergehen, muss stattfinden und am besten sofort. Auch diejenigen, die dem Klimawandel fälschlicherweise keine sonderliche Dringlichkeit zugeordnet hatten, sehen durch die Abhängigkeit von Russland, dass etwas getan werden muss. Unser Energieminister mahnt beinahe im wöchentlichen Takt zum Energiesparen und unsere Energieversorgung hängt immer noch maßgeblich von der Laune eines autokratischen Kriegstreibers ab. Plötzlich steht die Wärmepumpe im Rampenlicht.

Wie funktioniert die Wärmepumpe?

Das Prinzip ist ebenso simpel, wie genial. Die Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie benutzt einfach bereits Vorhandene aus der Umgebung. Ohne fossile Brennstoffe kann sie Gebäude heizen und ist dabei zwar auf Strom angewiesen, doch kann sie aufgrund ihres fantastischen Wirkungsgrads aus einer Kilowattstunde Strom 3 bis 5 Kilowattstunden Wärme produzieren. Die Wärmepumpe ist dabei nicht auf eine warme Umgebung angewiesen, sondern kann sogar, wenn es draußen friert, die Wärme aus der kalten Luft entnehmen. Das Prinzip dahinter ist simple Physik. Wenn ein Gas verdichtet wird, also wenn Druck auf das Gas ausgeübt wird, dann erwärmt es sich. Wenn selbes Gas später kondensiert, werden große Mengen an Energie frei, welche in Form von Wärme an die Heizungsanlage abgegeben werden. Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, die bekannteste ist die vorher beschriebene Luft-Wasser-Wärmepumpe, allerdings gibt es auch die Möglichkeit, Wärme aus dem Erdboden "zu ziehen".

Warum nutzt sie keiner?

Das Prinzip der Wärmepumpe ist simpel und kennt sogar jeder aus der eigenen Küche. Ein Kühlschrank funktioniert nach demselben Grundsatz, nur rückwärts. Der Kühlschrank nimmt die Wärme aus den Kühlfächern und gibt sie über Lamellen an die Umgebung ab. Damit wird auch klar: Die Wärmepumpe kann auch zum Kühlen genutzt werden. Forscher sind sich einig, in der Wärmepumpe steckt viel ungenutztes Potenzial, doch warum ist das so? Lange Zeit hielt sich die Behauptung, Wärmepumpen lohnen sich nur bei energieschonenden Neubauten. Aktuelle Forschungen des Fraunhofer-Instituts beispielsweise zeigen, dass eine Wärmepumpe auch bei kaum sanierten Gebäuden Verwendung finden kann. Der wirtschaftliche Nutzen ist durch die verbesserte Technik, aber auch die steigenden Ressourcenpreise in den Vordergrund geraten. Wer aktuell den Gaskessel mit einer Wärmepumpe ersetzen will, kann sich noch eine staatliche Prämie sichern. Ab 2024 plant die Regierung jährlich über 500.000 Wärmepumpen zu verbauen, zuletzt lag die Rate bei ungefähr 150.000 pro Jahr.