Ein Zwischending
Der Herbst zieht ein. Mal schleicht er sich an mit grauem Regen und Nebel, mal poltert er herein mit Sonne, die fast noch nach Hochsommer riecht. Ich weiß nie so recht, ob ich mich abends vor den Ofen kuscheln oder noch einmal barfuß auf die Terrasse gehen soll. Dieses Hin und Her draußen spiegelt ziemlich genau das, was auch in mir passiert: mal dankbar und voller Vorfreude, mal genervt vom Blick in den Garten, wo noch tausend Dinge erledigt werden wollen.
Schätze im Überfluss
Gestern waren wir unterwegs, um nach Walnüssen zu schauen. Sie hängen noch hoch oben, aber bald fallen sie, und dann beginnt wieder dieses Sammeln. Ich mag das: wie die Natur noch einmal so viele Schätze freigibt, bevor sie sich zurückzieht. Obst, Nüsse, Pilze – überall wartet etwas, das wir mitnehmen können. Für die Kinder ist das die beste Ausrede, rauszugehen: eine kleine Herbstwanderung, die sich mit vollem Rucksack gleich viel lohnender anfühlt.
Zwischen Dankbarkeit und Zimtschnecken
Vielleicht sollten wir uns auch wieder öfter an alte Traditionen erinnern. Erntedank, Kartoffelfeuer, gemeinsames Singen und schlicht: dankbar sein. Für das, was da ist. Für das, was wächst. Für das, was wir teilen.
Und wenn wir schon beim Teilen sind: Die Kastanien, Eicheln und bunten Blätter landen dann bei uns auf dem Küchentisch – zwischen Teetasse, Bastelkleber und den ersten Keksen. Oder Zimtschnecken. Ich liebe Zimtschnecken. Eigentlich sind sie für mich Grund genug, den Herbst willkommen zu heißen.
Ein goldener Abschied
Ja, der Sommer verabschiedet sich, und ein bisschen Wehmut schwingt dabei mit. Aber der Herbst macht das gut: mit Farben, Düften, Schätzen. Mit goldenen Tagen, die noch einmal alles zeigen, bevor das Grau kommt. Und solange es nach Zimt riecht und Kastanien in den Taschen klimpern, nehme ich den Wechsel gern an.
Und du?
Wie erlebst du diesen Wechsel? Bist du schon im Kuschelmodus mit Tee und Decke angekommen oder genießt du noch die letzten warmen Sonnenstrahlen draußen? Vielleicht ja beides. Der Herbst lädt uns ein, innezuhalten und zu teilen – die Schätze der Natur genauso wie die kleinen Rituale, die ihn so besonders machen.
Eure Dani
