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Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 der Polizeiinspektion Simmern

Die Polizeiinspektion Simmern hat die Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2021 veröffentlicht. (Foto: Red.)


Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Simmern im letzten Jahr um 135 Fälle auf 2257 und somit um sechs Prozent verringert. Dies wirkt sich auch positiv auf den Rückgang bei der sogenannten Häufigkeitsziffer (Straftaten pro 100.000 Einwohner) aus. Der Wert fiel von 3724 auf 3514.

Eine insgesamt positive Entwicklung bei der Kriminalitätsbekämpfung belegt die erneut gestiegene Aufklärungsquote um 1,3 Prozent auf nunmehr 72,9 Prozent. Das Ergebnis liegt weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Zum einen setzt sich der rückläufige Trend bei den registrierten Straftaten weiter fort, zum anderen ist die positive Entwicklung sicherlich auch auf die Einflüsse der Corona-Pandemie zurückzuführen. - Marko Gastes (Leiter der Polizeiinspektion Simmern)

Bei 2257 bearbeiteten Straftaten klärten die Beamtinnen und Beamten 1646 Fälle auf und ermittelten 1358 Tatverdächtige. Von diesen waren 90 Täter jugendlich (14 bis 17 Jahre) und 223 im heranwachsenden Alter (18 bis 21 Jahre). Damit liegen diese Zahlen in etwa auf Vorjahresniveau.

Die Straftaten gegen das Leben waren mit drei Fällen weiterhin auf niedrigem Niveau. Bei den Delikten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es eine Steigerung um 13 Taten von 48 Fällen im Jahr 2020 auf 61 Fälle im Jahr 2021. Dies ist auf einen weiteren Anstieg bei der Verbreitung pornografischer Schriften zurückzuführen und liegt an der deutlich gestiegenen Zahl sogenannter NCMEC-Verfahren (National Center for Missing an Exploited Children). Hierbei werden Verdachtsfälle über die Verbreitung kinder- oder jugendpornografischer Schriften via Social Media oder Messenger-Dienste durch diese US-amerikanische Organisation an die zuständigen Staaten weitergeleitet. Jugendliche teilen oftmals unbedacht diese Inhalte in ihren Chatgruppen.

Bei den Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit gab es einen Anstieg um 10 Fälle auf 320 Taten. Raubdelikte stiegen von fünf auf zehn Fälle. Diese wurden alle aufklärt und es konnten 15 Tatverdächtige ermittelt werden. Die Anzahl der Körperverletzungen ging weiter um 41 Taten von 219 auf 178 und somit um 19 Prozent zurück, darunter auch ein erfreulicher Rückgang von 34 auf 15 Taten bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Damit setzte sich der positive rückläufige Trend in diesem Bereich weiterhin fort. Die Anzahl der Nötigungen stieg von 24 auf 43 Taten, die Anzahl der Bedrohungen von 55 auf 76.

Die Entwicklung der Straßenkriminalität ist leicht rückläufig von 314 auf 300 Taten. Unter den Begriff der Straßenkriminalität fallen Delikte, die im öffentlichen Raum besonders wahrgenommen werden, wie beispielsweise Körperverletzungen, Raubdelikte oder Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen.

Die gemeinsamen Kontrollen mit den Ordnungsämtern haben wir letztes Jahr fortgeführt. Ein Schwerpunkt lag im Herbst auch nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf der Stadt Kastellaun. Eine hohe Anzahl an Delikten der Straßenkriminalität stellten wir allerdings nicht fest. - Gebhard Petry (Leiter des Kriminal- und Bezirksdienstes)

Bei den einfachen Diebstählen zeigte sich weiterhin ein rückläufiger Trend um 17 Prozent bei den registrierten Fällen. Die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten fiel von 308 im Vorjahr auf 256. Die Ursachen hierfür dürften weiterhin die Kontaktreduzierungen sein. Taschendiebstähle blieben mit 15 Taten in etwa auf gleichem Niveau. Die Anzahl der Ladendiebstähle reduzierte sich von 74 auf 60 Fälle. Bei Diebstählen an oder aus Kraftfahrzeugen war ebenfalls ein Rückgang um 18 Taten auf 38 Fälle zu verzeichnen. Dafür nahm die Anzahl der Fahrraddiebstähle um sieben auf nunmehr 19 Fälle zu.

Die Anzahl der Taten bei Diebstählen unter erschwerten Umständen ist ebenfalls weiterhin rückläufig. So registrierte die Polizeiinspektion Simmern im Jahr 2021 mit 121 Delikten 43 Fälle weniger als im Vorjahr. Auch die Anzahl der Wohnungseinbrüche reduzierte sich um acht Delikte auf 16 Taten. 2020 waren es noch 24 Fälle.

Die Ursache für den Rückgang dürfte auch weiterhin darin liegen, dass die Menschen pandemiebedingt mehr zu Hause waren. - Marko Gastes (Leiter der Polizeiinspektion Simmern)

Die bei der PI Simmern bekannt gewordenen Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen 2021 weiter von 382 auf 306 Straftaten zurück. Betrugsdelikte machten hier den größten Anteil mit 221 aus. In 70 Fällen nutzten die Täter hierzu das Internet.

In diesem Deliktsbereich werden nicht alle Fälle in der Statistik der Polizeiinspektion Simmern erfasst, da die Tatorte oftmals außerhalb unserer örtlichen Zuständigkeit liegen. - Gebhard Petry (Leiter des Kriminal- und Bezirksdienstes)

Im letzten Jahr bearbeitete die Polizei 1865 Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße (Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz/EU und ermittelte 199 nichtdeutsche Tatverdächtige. Dies waren 40 weniger als im Jahr 2020. Die Zahl ausländischer Tatverdächtiger war damit insgesamt um 17 Prozent rückläufig.

Quelle: Polizeidirektion Koblenz