Sport

 

"Inklusion im Fußball sollte zur Normalität werden"

Stefan Zeidan ist Inklusions-Beauftragte beim Oberligisten SG 2000 Mülheim-Kärlich. (Foto: Stefan Nobel Aktell)


Für Stefan Zeidan (34) ist es ein guter Tag, wenn er etwas mit Sport, vor allem Fußball, zu tun hat und wenn er von Menschen  umgeben ist, die ähnlich denken und handeln wie er. Seit dem 29. Januar 2022 ist er der Inklusions-Beauftragte beim Oberligisten SG 2000 Mülheim-Kärlich, einem Verein, der soziale Themen wie eine Vereins-DNA praktiziert.

Seit 17 Jahren arbeitet Stefan Zeidan, der unter einer Zerebralparese leidet, einer Erkrankung mit Bewegungsstörungen und Spastik, in einer Einrichtung für Menschen mit Einschränkungen in Koblenz. Hier verrichtet er Montagearbeiten. Und er übernimmt Verantwortung: so ist er Mitglied im Werkstattrat, der sich für die Belange der Menschen in der Einrichtung einsetzt. Zum zweiten Mal ist er von seinen Kolleginnen und Kollegen in dieses Gremium gewählt worden. Und was für die Werkstatt gilt, dass prägt Stefan Zeidans Engagement  auch im Sport.

Fußball ist ein einzigartiges Medium, um Kontakte zwischen behinderten nicht behinderten Menschen herzustellen. Ich möchte diese Chance der Inklusion möglichst vielen Vereinen und auch Kommunen näher bringen und dabei eng mit dem Fußballverband Rheinland zusammenarbeiten. - Stefan Zeidan

Damit seine Erfahrungen im Fußball von vielen behinderten Menschen geteilt werden können, wünscht sich Stefan Zeidan, dass nicht nur in Mülheim-Kärlich oder beim VfB Polch, wo Wolfgang Durben und Uwe Klöckner seit einiger Zeit eine Inklusionsmannschaft betreuen, die Vereine ihre Strukturen für Menschen mit Handicap öffnen, sondern dass dies zur gelebten Normalität wird. "Es ist gesellschaftliche Verantwortung und auch mehr: das Miteinander mit behinderten Fußballern ist ein großer Gewinn für alle. Inklusion bedeutet, dass es von Beginn an ein gemeinsames und gleich- berechtigtes Zusammensein von Menschen mit und ohne Handicap gibt", philosophiert Stefan Zeidan, der voll in dieser Gedankenwelt aufgeht. Was ihn prägt sind die eigenen Erfahrungen in seinem Lieblingssport Fußball, die ihn zum Kämpfer für Inklusion machen.

Und dann gibt es da noch ein Thema im Leben des Stefan Zeidan. Weil er tief mit den Ideen des Fußballverbandes Rheinland verwurzelt ist, wäre es ihm ein Herzensanliegen, in einer kompetenten Position im Ehrenamt des Verbandes mitarbeiten zu dürfen. Hier könnte er seiner Vision von Inklusion in vielen Fußballvereinen entscheidend gerecht werden. Und damit vor allem einen großen Beitrag für eine Freizeitbeschäftigung von vielen behinderten Menschen leisten im Sinne einer Optimierung von Lebensgefühl und Anerkennung.

In Stefan Zeidan lodert die Idee vom Gemeinsamen im Fußball. Behinderte und nicht behinderte Menschen  sollen da, wo es geht, zusammen trainieren und spielen. Von aneinander lernen und sich begreifen.  Inklusion als etwas Natürliches. Dass der Fußball das leisten kann, davon ist Stefan überzeugt. Und in Mülheim-Kärlich und hoffentlich bald auch im Verband will er es beweisen.

Wer mehr über das Thema Inklusion wissen möchte, so ist Stefan Zeidan zu erreichen: