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Nur Sieger in Hambuch: Die pure Lust am Spiel springt auf alle über

Groß war die Freude und der Zusammenhalt beim inklusiven Fußballspiel in Hambuch. (Foto: Red.)


Als in der 13. Minute des Spiels Rot gegen Blau die Roten den Ausgleich erzielen, da kannte der Jubel keine Grenzen. Der Sportplatz des SV Hambuch in der Eifel war viel zu klein, um den Jubel des Torschützen einfangen zu können. Bei strömendem Regen rannte er über den Platz, die Arme in die Luft reißend, die Mitspieler und auch die des Gegners gleichermaßen umarmend, bis ihm die Luft ausging.

Behinderte Menschen aus dem Haus St. Martin in Düngenheim und dem Kloster Ebernach in Cochem trafen sich zu einer vom SV Hambuch, allen voran Vorsitzender Mark Löhr und seinem Stellvertreter Thomas Hetger organisierten Fußballspiel. Trainerlegenden wie der zweifache Vizeweltmeister Hans Peter Briegel, die Bundesligaspieler Edgar Schmitt und Frank Hartmann und der einstige Koblenzer Erfolgstrainer Milan Sasic standen an der Außenlinie und betreuten die Teams.

Das ist nicht mein erstes Spiel mit behinderten Menschen, aber immer wieder aufs Neue ein einzigartiges Erlebnis. - Peter Briegel

Längst ist die Idee der Inklusion, für die Menschen wie Reiner Plehwe, Wolfgang Durben und Volker Ackermann in der Region stehen, zu einem Qualitätsmerkmal für den gemeinsamen Sport für behinderte und nicht behinderte Mneschen geworden. So wie beim VfB Polch und jetzt beim SV Hambuch, der aus dem Spiel vom 24. September eine feste Einrichtung im Verein machen möchte.

Das darf keine Eintagsfliege bleiben. - Mark Löhr (Vorsitzender SV Hambuch)

Hambuch hat gezeigt, dass Fußball so viel mehr sein kann als die Diskussion über die Festlegung der Erfolgsprämien für die deutsche Nationalmannschaft im Winter bei der WM in Katar. Fußball kann, wie in Hambuch geschehen, gleichermaßen ansteckend für Spieler wie Zuschauer sein. Es ist ein Gefühl des Besonderen, das niemand mehr loslässt.

Und als Schiedsrichter Dieter Sesterheim am 24. September das Spiel abpfiff, gab es nur Gewinner. Flirrende Emotionalität von mehr als 22 behinderten Fußballern in Rot und Blau lag über dem Platz, als in Hambuch die pure Lust am Spiel mit dem Ball auf alle übersprang.