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Oberliga-Halbzeitbilanz: TuS Koblenz

Hier noch mit Michael Stahl (o. Reihe, 1.v.r.) in Spielerfunktion: Die Mannschaft der TuS Koblenz. (Foto: Heinz-Jörg Wurzbacher / TuS Koblenz)


Für Trainer Michael Stahl und die Spieler der TuS Koblenz hat bereits die Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen. Dennoch fällt es schwer, ein aussagekräftiges Zwischenfazit zu ziehen, denn die beiden entscheidenden Spiele für den weiteren Verlauf der Saison stehen noch aus.

Eine durchwachsene Hinserie liegt hinter der TuS Koblenz. Nach 20 absolvierten Partien stehen die Schängel mit 26 Punkten immerhin auf dem sechsten Tabellenplatz der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Gr. Nord. Durch die coronabedingte Umstrukturierung der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in eine Nord- und in eine Südgruppe und die damit verbundene Unterteilung in Aufstiegs- und Abstiegsrunde war das Saisonziel für die Mannschaft vom Oberwerth von Anfang an klar: Nach Möglichkeit unter eben diese ersten sechs der zwölf Teams zu kommen und sich somit für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren, um noch während der aktuellen Saison Planungssicherheit für die nächste Saison zu erlangen – essentiell in dem auf Langfristigkeit ausgelegten Zukunftsprojekt der TuS.

Aufgrund zweier noch ausstehender Nachholspieltage gibt es diese Planungssicherheit aktuell jedoch noch nicht. Mithilfe der Spiele gegen den FSV Salmrohr und die U21 des 1. FC Kaiserslautern soll der sechste Platz unbedingt verteidigt werden. Vor allem das finale Spiel gegen die Kaiserslauterer ist von höchster Brisanz, haben die Pfälzer doch ebenso wie TuS-Lokalrivale Mülheim-Kärlich ebenfalls 26 Punkte auf dem Konto. In den Ligaspielen konnten die Koblenzer bis dato noch nicht die erwünschte Punkteausbeute einfahren, zusätzlich setzte es gleich zwei Derbyniederlagen gegen die SG Eintracht Trier.

Wenigstens im Rheinlandpokal wusste die TuS zu überzeugen: Durch die Siege gegen die SG Mendig, den VfR Koblenz und die SG Altenkirchen zogen die Schängel ins Pokalviertelfinale ein und konnten dort die SG 2000 Mülheim-Kärlich aus dem Wettbewerb werfen. Im Halbfinale kommt es nun am 30.03. zum Duell mit Ligakonkurrent FC „Blau-Weiß“ Karbach.

Fragen an TuS-Trainer Michael Stahl:

aktuell4u: Wie bewerten Sie die Hinrunde Ihrer Mannschaft?

Michael Stahl: Wir sind auf jeden Fall nicht zufrieden mit unserer Punkteausbeute. Wir wissen zwar, dass das Ursachen hat, weil wir eben doch gerade bei den Führungsspielern viele Spieler hatten, die uns nicht zur Verfügung standen. Auf der anderen Seite hat sich die Chance für viele junge Spieler ergeben, sehr viel Spielzeit zu bekommen und wir konnten so deren Entwicklung vorantreiben. Positiv ist auch, dass wir Stand jetzt immer noch auf dem sechsten Platz stehen und es selber in der Hand haben.

aktuell4u: Was war Ihr persönliches Highlight der Hinrunde?

Michael Stahl: Für mich gab es zwei Highlights. Das eine war direkt das erste Spiel in Engers, weil es nach ganz langer Zeit ein Spiel vor vielen Zuschauern war. Knapp 1000 Zuschauer, davon mehr als die Hälfte TuS-Anhänger, das war ein absolutes Highlight. Und dann das Pokalspiel in Mülheim, durch das wir ins Halbfinale eingezogen sind. Das war auch noch ein kleines Highlight für uns zum Abschluss, weil wir da in der Zeit auch aus einer nicht so einfachen Phase kamen. Das sind so die zwei kleinen Highlights einer hoffentlich noch erfolgreichen Saison.

aktuell4u: Gibt es für Sie innerhalb der Mannschaft einen oder mehrere Gewinner der Hinrunde?

Michael Stahl: Die Entwicklung von Armend Qenaj auf der rechten Seite war schon beeindruckend zu sehen, der Junge kann eigentlich noch A-Jugend spielen. Ebenso Umut Sentürk links. Was die zwei dauerhaft abgerufen haben, ist schon extrem gut. Die ganzen Jungen - ob das ein Wingender ist, ob das ein Ahmetaj ist, der viel Spielzeit bekommen hat - die zum ersten mal Oberligaluft schnappen, die haben alle einen richtig guten Job gemacht. Zudem hat Marc Richter diese Saison seinen absoluten Durchbruch bei uns geschafft. Wir reden hier von 19-Jährigen, das darf man nicht vergessen.

aktuell4u: Wie läuft die Vorbereitung auf die Rückrunde?

Michael Stahl: Wir werden bis zum Saisonstart insgesamt sechs Testspiele absolvieren. Jetzt am Samstag haben wir unser Erstes (beim VfR Koblenz, 12:30 Uhr; Anm. d. Red.). Die Trainingsgruppe ist im Moment noch gesplittet, uns steht aktuell noch nicht der gesamte Kader zur Verfügung. Wir hoffen, dass spätestens bis zum Saisonstart wieder alle dabei sind.

aktuell4u: Gibt es personelle Änderungen in der Winterpause in Bezug auf Zu- & Abgänge?

Michael Stahl: Tom Gürel hat sich dazu entschieden, wieder etwas näher an seine Heimat zu gehen, dem Wunsch haben wir entsprochen. Ein weiterer Abgang zeichnet sich ab, den wird der Verein in den nächsten Tagen kommunizieren. Ansonsten haben wir aktuell Testspieler im Training, sind uns aber einig, dass wir auf zwei, drei Positionen etwas machen wollen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass uns ein Spieler besser macht. Wir werden nicht in die Breite des Kaders investieren.

aktuell4u: Was sind Ihre Ziele für die zweite Saisonhälfte?

Michael Stahl: Das ist etwas zweigeteilt in Pokal und Liga. Die Liga genießt für uns absolute Priorität. Das erste Etappenziel ist, dass wir natürlich den sechsten Platz verteidigen wollen, um in die Aufstiegsrunde zu kommen. Wenn wir das nicht schaffen sollten, wird das zweite Etappenziel sein, dann eben in der Abstiegsrunde die Oberliga frühzeitig zu sichern. Im Pokal wollen wir natürlich das Finale erreichen und den Pokal gewinnen. Aber unser Fokus liegt jetzt erstmal auf Salmrohr und Kaiserslautern.

Vielen Dank für das Interview. Das Interview wurde geführt von Jan Bernardy.