Jürgen Klopps triumphaler Abschied nach neun Jahren beim FC Liverpool („Er ist der beliebteste Deutsche in Großbritannien“.) und sein ganzer sportlicher Werdegang hat natürlich viel mit Mainz 05 zu tun, wo er zwischen 1990 und 2001 spielte und von 2001 bis 2008 als Trainer wirkte.

Sein Aufstieg mit den Mainzern 2004 in Bundesliga war die Krönung seines Wirkens. Der damalige und auch noch heutige Mainzer Sportchef Christian Heidel setzte 2001 auf die Fähigkeit Klopps, Mainz 05 zu trainieren und der studierte Sportwissenschaftler , der in Stuttgart geboren wurde, erfüllte alle Hoffnungen. Aus dem Trainerneuling in Mainz wurde der Welttrainer, der Mainz zum Aufstieg verhalf, Dortmund zur Meisterschaft führte und Liverpool neu belebte und zur englischen Meisterschaft und zum Sieg in der Champions-League verhalf. In der englischen Hafenstadt ist ihm  der Platz neben dem Denkmal der Beatles sicher. Die Engländer verehren Klopp und neben Bert Trautmann, der als deutscher Kriegsgefangener in Manchester zum Torwarthelden wurde, verkörpert Jürgen Klopp die deutschen Tugenden, die im Fußball zur Grundlage für große Erfolge stehen. Klopp der Menschenfänger, der Emotionalist, der von der Seitenlinie aus eine  unwiderstehliche Kraft auf seine Spieler überträgt. Keiner kann den Fußball so leben wie Klopp, der einst auf dem Domplatz in Mainz Zehntausende bei der Aufstiegsfeier der 05er verzauberte.

Ein wenig ist er auch Teil unserer Region rund um Koblenz. Bei Lotto Rheinland-Pfalz hatte er 1999 seinen ersten Werbevertrag, einen bescheidenen  im Vergleich zu der Dimension, die er längst auch im Werbebereich erreicht hat. Zweimal spielte er für soziale Zwecke in der Lottoelf. 2005 war er in Winningen, um den WM-Wein für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu präsentieren. An der Uni Koblenz referierte er vor Studenten über die Rolle des Fußballtrainers und zog Vergleiche zu Führungspositionen in Politik und Wirtschaft.

Jürgen Klopp ist anders. Er ist sein eigenes Modell von Trainer und Führungspersönlichkeit. Mit hoher Intelligenz und der Kraft zur Überzeugung  und mit unbändiger Leidenschaft ist er zu dem Fußballtrainer geworden, um den sich nun viele Vereine  reißen werden. Klopp ist wieder frei, will erst einmal   Abstand gewinnen zum Profifußball, aber alle, die ihn kennen, sie wissen, es wird nur ein Abschied auf Zeit sein. Dafür bedeutet ihm der Fußball zu viel.

Und vielen fehlt er jetzt schon. Seine Magie am Rande des schönsten Spiels der Welt ist ansteckend.