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Zum 70. Geburtstag von Reinhard Saftig

An der Torwand bewies der Jubilar Treffsicherheit. (Foto: Pixabay)


70 Jahre wird er im Januar 2022. Reinhard Saftig, der erfolgreiche Trainer, ist ein Kind der Eifel. In Uersfeld wurde er am 23. Januar 1952 geboren. Hier ging er zur Schule, bevor er von 1962 bis 1970 zum Megina-Gymnasium nach Mayen wechselte, wo er Abitur machte. Logisch dass er auch bei TuS Mayen Fußball spielte. Mit 12 kam er zum Verein, spielte in der Jugend und später in der Ersten. Sein größter Erfolg: 1974 gewann TuS Mayen mit 1:0 im Pokalfinale des Rheinlandes in Bitburg gegen Eintracht Trier. Und Reinhard Saftig war Kapitän und nahm den Pokal in Empfang. In der ersten DFB-Pokalrunde gab es dann am 7. September 1974 ein 0:3 in Berlin gegen Rapide Wedding. Fußballerisch zog es Reinhard Saftig von Mayen nach Godesberg und zu den Eisbachtaler Sportfreunden.

Er wurde Diplom-Sportlehrer. An der Sporthochschule Köln schloss er das Examen als Jahrgangsbester mit der Note 1 ab.

1979 begann die Trainerkarriere. Und das sofort bei Bayern München. Von 1979 bis 1984 war er Co-Trainer von Pal Csernai und später von Udo Lattek. 1983 wurde er nach der Entlassung von Csernai für die letzten drei Spiele Cheftrainer. 200 Begegnungen durfte er die Bayern begleiten. Als er 1997 zu Mainz 05 kam, haben  wir uns oft gesehen. Von der Zeit bei Bayern schwärmte er auch  Jahre danach noch. Die Professionalität und die Art des sich um die Spieler kümmern rühmte er besonders. Von München zog es ihn nach Dortmund. Von 1984 bis 1986 Co-Trainer bei Timo Konietzka und danach von Erich Ribbeck und Pal Czernai  war er dann bis 1988 Cheftrainer. Erst rettete er die Borussia in der Relegation vor dem Abstieg, dann zog er mit der Mannschaft in den UEFA-Pokal ein. Von Dortmund  ging es 1988 eine Saison zu Hannover 96, dann zwei Spielzeiten zum VfL Bochum und danach nach Leverkusen. Hier in der Farbenstadt wurde er um seinen ersten und einzigen Titel gebracht. Er führte die Mannschaft 1993 in das deutsche Pokalendspiel nach Berlin. Vor dem Endspiel wurde er dann entlassen. Sein Nachfolger Dragoslav Stepanovic gewann mit Bayer den Pokal gegen die Amateure der Berliner Hertha. Das Verrückte: auf dem Weg ins Finale hatte  Leverkusen gegen Frankfurt gewonnen. Die wurden da noch von Stepanovic trainiert.

Saftig zog es in die Türkei, wo er 1994 Erstligist Kocaelispor und dann eine Saison lang Galatasaray Istanbul trainierte. Zurück nach Deutschland kam er 1997 zu Mainz 05. Aber es war nur eine kurze Liaison. Später war er Chefscout bei Borussia Dortmund und dann von 2005 bis 2008  Sportgeschäftsführer bei Arminia Bielefeld.     

Drei Kinder haben die Saftigs, die in Dortmund leben. Frau Saftig stammt aus Mayen. Es ist ruhig geworden um Reinhard Saftig. Natürlich besucht er Fußballspiele. Vor einigen Jahren war er in Mayen  bei den Burgfestspielen. Und wenn er dann mit seinen Freunden über Fußball plaudert, dann kommt immer auch die Rede auf seinen besonderen Rekord. Der steht seit dem 12. Oktober 1991. Da erzielte er fünf Treffer auf der ZDF-Torwand bei seinem Besuch im Sportstudio. Günter Netzer und Rudi Völler haben das u.a. vor ihm geschafft. Ansonsten ist er so wie immer: bescheiden, liebenswert, ein Kluger, einer der weiß wo er herkommt.