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Auf Zeitreise ins Mittelalter: Cochemer Ritterrunde

Berg und Burg: Die Cochemer Ritterrunde verbindet sportliches Wandervergnügen mit traumhaften Aussichten. Foto: ideemedia/Poller


Cochemer Ritterrunde lockt mit traumhaften Ausblicken und Felsenpfaden

Schön, aber sportlich: Die Cochemer Ritterrunde verlangt gute Kondition, lässt sich aber auch zweiteilen. So kann man die Zeitreise ins Mittelalter an der Ruine Winneburg und der Reichsburg auch an zwei Tagen gemütlicher auskosten. Traumhafte Aussichten laden zum Verweilen ein und urige Felsenpfade bieten Wanderglück pur.

Am „Alten Thorhaus“ in Cochem (1) beginnen wir den durch seine Länge und etliche Höhenmeter recht anspruchsvollen Seitensprung der Cochemer Ritterrunde. Wer möchte, kann die Tour in zwei jeweils rund 10 km lange Schleifen teilen: die Nordschleife zur Ruine Winneberg und die Südschleife zur Reichsburg.

Vom Thorhaus laufen wir zur Talstation der Sesselbahn. Dort haben wir die Qual der Wahl: Entweder bequem bergan schweben oder sportlich den Aufstieg in Angriff nehmen, der teils über hohe Treppenstufen führt. An der Bergstation (2) folgen wir den grünen Logos in den urigen Niedereichenwald und wir können einen schönen Blick zur Reichsburg erhaschen. Bald wird die Steigung strammer und wir schrauben uns hinauf zur Wackelei, wie dieser Bergrücken heißt. Oben kommen wir rasch wieder zu Atem und freuen uns, dass nach 3.3 km eine einladende Sinnesbank (3) bereitsteht. Der  grandiose Ausblick auf gleich zwei Burgen lässt sich in Ruhe genießen.

Nach 4.4 km knickt unser Seitensprung mit einer Kehre nach links ab und senkt sich ins Enderttal ab. Mächtige Felsen flankieren den Weg, während tief unten malerisch der Endertbach rauscht. Nach 7.3 km ist es dann so weit: Wir stehen am Abzweig zur 200 m entfernten und per Zuweg angebundenen Ruine Winneburg (4). Nach ausgiebigem Rundgang, der wie eine Zeitreise ins Mittelalter ist, verlassen wir die Ruine wieder,

genießen das Auf – und Ab, den Wald und die tollen Aussichten. Nach 8.5 km gewinnen wir im schattigen Tal des leise plätschernden Faitschbachs an Höhe. Wer die Tour teilen möchte, der biegt in der Wegkurve nach links und erreicht nach weiteren 2 km nach der halben Runde wieder die Talstation.

Wer zur Halbzeit eine kurze Pause machen möchte, dem sei der 100 m kurze Abstecher zur nahen Hütte an der Wilhelmshöhe empfohlen, die eine schöne Aussicht zur Mosel bietet. Der Südschleife folgen wir rechts um die Kurve des nur noch sanft ansteigenden Forstwegs Richtung Antoniuskopf. Nach 10.7 km erreichen wir eine Kreuzung und einen zauberhaften grünen Urwald, der dicht an uns heranrückt. Unmittelbar vor der K 18 erreichen wir am Waldrand den Rastplatz am Antoniuskopf (6) und nutzen die Gelegenheit zur Pause.

Unbemerkt wandern wir später über den Eisenbahntunnel und passieren ein Wasserhaus. Am Begin des Asphaltstücks öffnet sich ein toller Blick auf die beeindruckende Reichsburg. Wenig später stehen wir unterhalb der mächtigen Anlage, deren Besichtigung sich lohnt. Der Seitensprung nutzt unterhalb der Burg einen Weg zwischen Weinbergen und Gärten, um uns weiter zurück Richtung Mosel und nach 16 Kilometern durch das  Stadttor in die die Altstadt von Cochem zu führen.

Fazit:
Die Cochemer Ritterrunde ist ausgesprochen abwechslungsreich und verläuft häufig auf anspruchsvollen, teils steilen und stellenweise auch ausgesetzten Pfaden. Trittsicherheit ist daher essenziell.


Buchtipp:
 Seitensprünge am Moselsteig, Bände 1 (Trier bis Bernkastel-Kues) und 2 (Bernkastel-Kues bis Koblenz), Premium-Rundwanderungen links und rechts der Mosel mit ausführlichen Anfahrts- und Wegbeschreibungen, aktuellen GPS-Daten und Navigation per QR-Code zu den teils versteckt liegenden Startpunkten. Die Kurzbeschreibung stammt aus Seitensprünge Band 2, jeder Band 160 Seiten, 12,95 Euro. www.ideemediashop.de

 Länge: 16,6 km
Dauer: 6h
Höhenmeter:737 m
Schwierigkeit: Mittel
Anfahrt: Über die B49 entlang der Mosel nach Cochem
ÖPNV: Cochem ist von Koblenz oder Trier aus gut per Zug erreichbar.