Am 28. Spieltag der Rheinlandliga gewinnen alle Topteams ihre Spiele souverän, während es im Tabellenkeller wichtige Verschiebungen gibt. Besonders Immendorf punktet im Abstiegskampf dreifach, während Andernach überraschend Punkte liegen lässt.

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An der Tabellenspitze hat am letzten Wochenende keiner der drei Topteams Federn gelassen. Tabellenführer Ahrweiler siegte bei ersatzgeschwächten Laubachern souverän 3:0. Mit dem gleichen Ergebnis besiegte Wittlich den FV Rübenach, der weiterhin, stark abstiegsgefährdet, auf dem drittletzten Platz rangiert. Die SG Schneifel siegte im Spitzenspiel bei der SG Mülheim-Kärlich mit 4:1.

Im Keller hat Immendorf durch ein 5:2 gegen Wirges einen weiteren großen Schritt nach vorne getan. Nicht so Eintracht Mendig: Trotz einer guten Leistung verlor man 3:1 beim VfB Linz. Andernach enttäuschte und spielte beim Tabellenletzten Wissen lediglich 2:2-Unentschieden.

SG Mülheim-Kärlich : SG Schneifel 1:4 (1:1)

157 Zuschauer auf dem Mülheimer Kunstrasenplatz sahen ein gutes Spiel zwischen der SG 2000 und den Gästen aus Schneifel, die letztendlich verdientermaßen die Punkte mit in die Eifel entführten.

In Führung gingen die Gastgeber. Pascal Steinmetz erzielte mit einem Traumtor in der 26. Minute die Führung. "Wir waren in der ersten Halbzeit super im Spiel, haben es aber leider verpasst, nachzulegen", trauerte Mülheims Trainer Nenad Lazarevic den ausgelassenen Chancen nach. Simon Reetz nutzte einen Torwartfehler zum Ausgleich (35.).

Dans Darius Spruds brachte den Tabellenzweiten nach einer knappen Stunde in Führung. "Danach haben wir leider etwas abgeschaltet und das nutzt so eine Mannschaft wie Schneifel natürlich aus", ärgerte sich Lazarevic. Nicolas Görres nutzte dies zum 1:3 in der 61. Minute. Lazarevic: "Da hat man gemerkt, dass es bei uns um nichts mehr geht, im Gegensatz zu Schneifel. Wir haben uns nicht hängen lassen, aber der Gegner wollte es mehr als wir."

Davis Spruds legte mit dem 1:4 nach (82.), dies war gleichzeitig der Endstand. "Glückwunsch an Schneifel und großen Respekt, wie sie in dieser Saison spielen", schickte der Mülheimer Trainer ein faires Kompliment an Schneifel Trainer Stephan Simon und seine Mannschaft.

VfB Wissen : SG 99 Andernach 2:2 (0:1)

Enttäuscht war Andernachs Trainer Kim Kossmann nach dem 2:2 (0:1) beim designierten Absteiger VfB Wissen. "Das war keine gute Leistung von uns und von daher geht das 2:2 auch in Ordnung. Da habe ich mehr erwartet." Kossmann hoffte auf den nächsten Schritt seiner jungen Mannschaft. "Ich wollte sehen, dass wir auch in der Lage sind, eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller auswärts zu schlagen." Aber auch in Wissen gelang es den Andernachern nicht, dreifach zu punkten. Dennoch kann man mit dem derzeitigen 6. Platz und 43 Punkten zufrieden sein.

Mike Borger brachte die Bäckerjungen schon nach vier Minuten 0:1 in Führung. Ein zweiminütiger Blackout der Andernacher ließ die 140 Zuschauer im schmucken Wissener Stadion gleich zweimal jubeln. Leandro Fünfsinn traf gleich zweimal (67., 68.) zum 2:1 für die Siegerländer und drehte das Spiel - zumindest für zehn Minuten. Immerhin gelang Gian Luca Dolon nach achtundsiebzig Minuten der Treffer zum 2:2 Endstand.

SV Rot-Weiß Wittlich : FV Rübenach 3:0 (1:0)

Der FV Rübenach hat beim Tabellendritten ein sehr ordentliches Spiel hingelegt, am Ende aber mit 0:3 verloren. "Man muss ehrlich sagen, dass dieser Gegner eigentlich in einer ganz anderen Liga spielt", sagte Rübenachs Coach Benedikt Lauer nach der Partie vor 107 Zuschauern in Wittlich.

Yannick Lauer brachte die Rot-Weißen in der 10. Minute 1:0 in Führung. Aber im Gegensatz zu den letzten Wochen brachen die Rübenacher nicht ein. Im Gegenteil. Sie kombinierten gut, ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Nur im letzten Drittel war man zu oft mit dem Latein am Ende. 

Eine Stunde lang hielt man das Spiel offen, dann setzte sich die individuelle Klasse der Wittlicher durch. Alexander Klein traf in der 63. Minute zum 2:0. Christopher Bibaku, in der letzten Saison noch Profi beim Regionalligisten Wacker Burghausen, setzte mit dem 3:0 (78.) den Schlußpunkt.

Lauer: "Ärgerlich ist es, dass die Tore zwei und drei nach individuellen Fehlern fielen. Dennoch bin ich mit der Einstellung und dem Auftreten meiner Jungs heute sehr zufrieden gewesen."

TuS Immendorf : SpVgg Wirges 5:2 (2:2)

Der TuS Immendorf ist auf dem besten Weg, auch in der Saison 2026/27 in der höchsten Verbandsklasse zu spielen.

Gegen starke Wirgeser setzte sich der TuS vor 150 Zuschauern auf dem "Dörnchen" verdient durch. TuS Coach Marvin Schenk: "Für mich war es ein hochverdienter Sieg in einem intensiven Spielen. Beide Mannschaften laufen hoch an, spielen eins zu eins über den ganzen Platz."

Jan Knopp brachte die Koblenzer in der 30. Minute in Führung. Aber Wirges, die vor allem durch weite Einwürfe immer wieder gefährlich vor das Immendorfer Tor kamen, drehten die Partie. "Zweimal nach dem gleichen Muster", seufzte Schenk, der aus seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit als Jugendtrainer der Westerwälder fast alle "seine" Spieler kannte. Erst traf Cedric Höber zum 1:1 Ausgleich (32.), danach legten die Glas-Chemiker durch Lasse Boeg (45.) nach. In der dritten Minute der Nachspielzeit gab Schiedsrichter Athanasious Fatulas Elfmeter für Immendorf. Andreas Nicolay ließ sich die Chance nicht entgehen und traf zum 2:2 Ausgleich.

"In der zweiten Halbzeit waren wir dann die klar bessere Mannschaft. Da haben wir nochmal richtig Gas gegeben und bis zum Schluss das Tempo hochgehalten", freute sich Schenk.  Innerhalb fünf Minuten machte der TuS mit drei weiteren Treffern alles klar. Jan Bruker (3:2, 74.), Sebastian Fischer (4:2, 77.) und wiederum Nicolay per Elfmeter (5:2, 78.) machten den Deckel drauf. Der dritte Sieg in Folge war unter Dach und Fach.

"Schön zu sehen, dass wir in der Schlussphase der Partie noch so viel Power hatten. Jetzt wollen wir dies im Stadtderby in Rübenach fortsetzen, um unserem Ziel ein weiteres Stück näher zu kommen."

SV Laubach : Ahrweiler BC 0:3 (0:1)

"Ich muss sagen, dass wir heute gegen den ABC absolut chancenlos waren. Nicht weil wir schlecht waren, sondern der Masse an Ausfällen von wichtigen Leistungsträgern mussten wir Tribut zollen", ordnete Laubachs Trainer Tobias Jakob die 0:3 Heimniederlage gegen den Tabellenführer ein. Die Spieler, die Jakobs ins kalte Wasser schmeißen mussten, hatten Trainingsrückstand oder kamen gerade aus einer Verletzung heraus. "Da hat man gegen so eine Mannschaft wie den ABC das Nachsehen. Ich hätte gerne mit voller Kapelle gespielt, um zu sehen, was möglich gewesen wäre", so Jakobs, dessen Team die erste Niederlage 2026 hinnehmen musste. Jakobs: "Wir müssen das jetzt so hinnehmen und jammern hilft nichts. So konnte ich Jungs, die zuletzt hinten anstanden, sowie zwei Spielern aus der 2. Mannschaft Spielpraxis geben."

Sein Gegenüber Markus Pazurek war mit Leistung und Ergebnis seiner Mannschaft zufrieden. Mit dem siebten Sieg in Folge halten die Ahrstädter die Konkurrenz aus Schneifel und Wittlich auf Distanz. Pazurek: "Wir haben von der ersten Minute bis zum Abpfiff das Spiel sehr souverän runter gespielt."

Pazurek selber war es, der seine Farben bereits nach drei Minuten in Führung brachte und so schon früh die Weichen stellte. "Wir waren geduldig. Haben hinten nichts zugelassen. In meinen Augen war es eines unserer besten Spiele bisher und das gegen eine Mannschaft, die zuletzt sehr erfolgreich war", freute sich Pazurek über den klaren Auswärtssieg. In der zweiten Halbzeit sorgten Ricardo Schuh (56.) und Almir Porca (66.) mit seinem 37. Saisontreffer für den 0:3 Endstand vor 250 Zuschauern in Laubach.

VfB Linz : SV Eintracht Mendig 3:1 (1:1)

Eintracht Mendig hat das Kellerduell beim VfB Linz 1:3 verloren und bleibt auf einem direkten Abstiegsplatz.

Dabei war die Eintracht in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft mit den klareren Chancen. Schon nach fünf Minuten gingen die Vulkanstädter in Führung. Niko Groß Flanke wurde von Tim Montermann verlängert, kam zu Michael Koch, der den Ball volley in die Linzer Maschen drosch.

In der Folge hätten die Mendiger die Führung ausbauen müssen. Leo Zerwas und Jason Weber vergaben beste Chancen. Das sollte sich rächen.

Robin Rohr ließ eine Ecke der Linzer aus den Händen fallen,  VfB Kapitän Niklas nahm das Gastgeschenk an und stocherte den Ball zum 1:1 über die Linie (32.).

Nach dem Seitenwechsel kam Linz auf. Fabio Schopp markierte bereits in der 50. Minute die 2:1 Führung für die Hausherren. "Da fehlte uns das Tempo, nachzukommen", kritisierte Mendigs Coach Damir Mrkalj. Eine Viertelstunde später gar das 3:1 per Foulelfmeter. Pascal Zimmer hatte seinen Gegenspieler Till Rauschenberger im Sechzehner gefoult, Adis Silijkovic verwandelte souverän. "Zwei Standardtore und ein individueller Fehler haben uns den Sieg kaputt gemacht", so Mrkalj, der sich, als gelernter Stürmer, über den Chancenwucher seiner Mannschaft ärgerte. Mrkalj: "Jason Weber hat noch zwei ganz dicke Dinger auf dem Fuß. Wir hatten hier genug Chancen, um zu punkten."

Die weiteren Spiele:
  • Eintracht Trier II : FC Bitburg 2:0
  • SG Hochwald : FV Morbach 4:4
  • TuS Kirchberg : SG Arzfeld 3:0