Last-Minute-Jubel auf dem Oberwerth: Julius Schell erzielte den 3:2-Siegtreffer für Rot-Weiß Koblenz gegen die TSG Balingen.

Schell lässt Rot-Weiß jubeln

Jetzt ist es eine Serie. Rot-Weiß Koblenz hat seinen deutlichen Aufwärtstrend aus dem Oktober über die lange Spielpause hinweg in den Dezember transportiert und gegen die TSG Balingen ihr drittes Heimspiel in Folge gewonnen. Die Gastgeber setzten sich mit 3:2 (1:0) durch, verließen die Abstiegsplätze und verbesserten sich auf Tabellenplatz 14. „Es ist aller Ehren wert, wie unsere Mannschaft nach der langen Pause zurückgekommen ist. Wir werden die Füße auf dem Boden behalten und versuchen aus unseren Fehlern weiter zu lernen“, freute sich Trainer Heiner Backhaus über eine sehr gute Leistung seines Teams, in dem auf der Linksverteidiger-Position der erst am Donnerstag verpflichtete Emre Aytun sein Debüt feierte. „Nach nur zwei Trainings gemeinsam mit dem Team hat er eine super Leistung gezeigt“, würdigte Backhaus den Auftritt des Neuzugangs.
Nach zwei Monaten wieder von Anfang an auf dem Feld stand Leon Müller, der den rechten Flügel beackerte und Rot-Weiß kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung brachte.
Koblenz hatte in der ersten Hälfte insgesamt mehr Spielanteile, das Chancenverhältnis war aber einigermaßen ausgeglichen. Für Balingen verpasste Lukas Foelsch eine Hereingabe von Marc Pettenkofer knapp (30.), Pettenkofer verfehlte das Tor (38.) und Rot-Weiß-Schlussmann Baboucarr Gayé schnappte sich gegen Simon Klostermann gerade noch rechtzeitig den Ball (42.). Vor allem die Endphase der ersten Halbzeit hatte einiges zu bieten, denn auch vor dem Oberwerther Stehplatzblock häuften sich die Möglichkeiten. Bei Quentin Fouleys Weitschuss aus 25 Metern verhinderte die Latte das 1:0 (42.), das eine Minute später fiel. Fouley flankte von der linken Seite und Leon Müller schob ein.
Nach Wiederbeginn legten die Gäste zu und jubelten nach einer Stunde, als Felix Heim zum 1:1 ausglich – nicht unverdient. Die Partie war nun völlig offen, beide Teams wollten nachlegen. Tomislav Ivicic schoss knapp am langen Eck vorbei (66.). Ivicics Sturmpartner Valdrin Mustafa war es, der die erneute Führung der Koblenzer erzielte. Fouleys Schuss fand kein Durchkommen, Mustafa nutzte den Abpraller und markierte das 2:1 (68.). Dieser Treffer leitete eine spektakuläre Endphase ein. Als Simon Klostermann zum 2:2 einköpfte (81.), stellten sich viele auf eine Punkteteilung ein. „Das Unentschieden hätte ich genommen“, sagte Koblenz‘ Sportlicher Leiter später. Gegen zwei Punkte mehr hatte er aber auch nichts einzuwenden. Diese stellte Innenverteidiger Julius Schell sicher, der in der Nachspielzeit noch einmal vorne mitmischte. Nino Miotke passte steil in die Tiefe und fand den Abwehrmann. Auch danach mussten Backhaus, Noll und Co. noch zittern. Luca Beckenbauer vergab aus unmittelbarer Tornähe eine Großchance zur Entscheidung und so geriet der Koblenzer Dreier noch einmal in Gefahr. Ein Freistoß auf Lukas Foelsch strich knapp an Gayés Kasten vorbei.
Koblenz gewann somit das erste Geisterspiel in der Rot-Weiß-Geschichte, das unter den Corona-Bedingungen unter ganz besonderen Vorzeichen stand. Am Freitag stellten sich der komplette Rot-Weiß-Kader sowie Trainer- und Betreuerteam den verpflichtenden Corona-Tests. Alle negativ – positiv hingegen das Ergebnis.

Koblenz: Gayé – Ekallé, Taag, Schell, Aytun – Weidenbach (58. Miotke), Spang – L. Müller (77. Beckenbauer), Fouley – Mustafa, Pommer (58. Ivicic).
Balingen: Hauser – Cabraja (70. Vochatzer), Schmitz (46. Kurth), Vogler, A. Müller – Kölsch (90.+5 Arutunjan), Foelsch – Pettenkofer, Akkaya – Heim, Klostermann.
Schiedsrichter: Timo Klein (Kaiserslautern).
Zuschauer: keine zugelassen.
Tore: 1:0 Leon Müller (43.), 1:1 Felix Heim (60.), 2:1 Valdrin Mustafa (68.), 2:2 Simon Klostermann (81.), 3:2 Julius Schell (90.+1).

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