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Mutige Deichstadtvolleys lernen beim Tabellenführer

Nur zu selten konnten sich die Neuwieder Angreiferinnen so wie hier Haile Watson durchsetzen. (Foto: Moritz Bosold)


Erwartungsgemäß deutlich (3:0) unterlagen die Deichstadtvolleys beim Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart. Dabei war der Erfahrungs- und Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften jederzeit offensichtlich. Trotzdem konnten die Neuwiederinnen durch mutiges Spiel gefallen.

In 67 Minuten 3:0 zu verlieren zählt sicher nicht zu den Lieblingserfahrungen eines Volleyballteams. Doch auch arriviertere Mannschaften des Oberhauses haben deftiger gegen Allianz MTV Stuttgart, das diesjährige Maß aller Dinge, verloren als die Deichstadtvolleys bei ihrem 49:75. Gerade aber dieses Resultat machte Stärken und Schwächen des Neulings deutlich.

Dirk Groß startete mit Maddy Halteman im Zuspiel, mit Senta Barke diagonal, Maike Henning und Lauren Matias auf den Außenpositionen sowie Rachel Anderson und Haile Watson im Mittelblock. Stuttgarts Tore Aleksandersen griff auch auf neue und rekonvaleszente Spielerinnen zurück, an internationaler Erfahrung und Nationalspielerinnen fehlte es in seinem sehr breit aufgestellten Kader allerdings nicht. Das Spiel begann mit einer beiderseits nervösen Phase. Neuwied versuchte es mit risikoreichen Aufschlägen, was zu Erfolgen, aber auch zu Servicefehlern führte. Wenn diese Strategie klappte, waren erfolgreiche Blockaktionen und schnelle Neuwieder Angriffe möglich. So blieb die Partie bis zur technischen Auszeit ausgeglichen. Dann aber hatten die erfahrenen Schwäbinnen die Neuwieder Möglichkeiten erkundet und konnten ein taktisch gutes Aufschlagspiel dagegensetzen, was die Varianten der Neuwieder Zuspielerinnen einschränkte und so dem Stuttgarter Block Orientierungshilfen gab. Stuttgart baute seine Führung aus und die Neuwieder Angreiferinnen konnten sich weniger in Szene setzen. Neuwied kam nur noch durch couragierte Einzelleistungen, insbesondere von Lauren Matias, zu einigen Punkten, verlor den Satz aber standesgemäß mit 14:25.

Ein ähnliches Bild zeigte sich im nächsten Durchgang: Neuwied kämpfte, Stuttgart bestrafte auch kleine Neuwieder Fehler in Annahme, Abstimmung und Chancenverwertung konsequent – eine schmerzhafte Lernphase. Eine Etage höher wirkte zudem die für diesen Satz eingewechselte Krystal Rivers. Neuwied geriet in deutlichen Rückstand, kämpfte aber um Schadensbegrenzung. Nach Rivers fulminant verwertetem Satzball blieb die Anzeige bei 16:25 stehen.

Der dritte Satz schien zunächst zum Debakel zu werden: Die Neuwieder Annahmen ließen kein Tempospiel zu, es ergaben sich zu wenige verwertbare Chancen. Zu wenig, um eine europäische Spitzenmannschaft wie Stuttgart in Verlegenheit zu bringen, die ihrerseits Kombinationsspiel demonstrierte und häufig den Neuwieder Block zerlegte. In der Schlussphase des Satzes stellte Tore Aleksandersen seine Annahmeformation um. Neuwied bot sich so eine Chance zur Ergebniskorrektur, die genutzt wurde. Es schien so, als setzten die Deichstadtvolleys die erteilte Lektion um: Maike Henning setzte Stuttgart mit ihren Aufschlägen gehörig unter Druck, im Angriff konnte sofort effizienter gespielt werden. Rachel Anderson und Lauren Matias kamen so zu Erfolgen. In der Schlussphase zeigte der Aufsteiger eine mental starke Leistung und gab auch bei 20:6 nicht auf, kämpfte sich sogar noch bis auf 25:19 heran.

Sicher ist das ein Ergebnis, auf das Dirk Groß wird aufbauen können. Die Niederlage nimmt er nicht besonders tragisch:

„Man konnte sehen, dass wir heute als Neuling gegen ein Topteam mit vielen Nationalspielern gespielt haben, die fast das ganze Jahr unter professionellen Bedingungen trainieren und spielen. Daran gemessen haben wir mit einer guten Einstellung und einer hohen Moral gespielt und entsprechend unserer Möglichkeiten gekämpft. Großen Respekt für die Leistung, die wir heute gezeigt haben. Darauf können wir aufbauen, um uns auf die nächsten Mannschaften vorzubereiten.“ - Dirk Groß

Schon am Samstag, 29. Januar, 19 Uhr, treffen die Deichstadtvolleys in eigener Halle auf den Nachbarn VC Wiesbaden. Zuschauer sind eingeschränkt wieder zugelassen.