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St. Elisabeth Krankenhaus in Lahnstein stellt Insolvenzantrag: Wie geht es jetzt weiter?

Der Insolvenzantrag soll den Betrieb zunächst nicht einschränken. (Bild: Elisabeth Vinzenz Verbund)


Das St. Elisabeth Krankenhaus in Lahnstein hat mitgeteilt, einen Insolvenzantrag auf Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung (Schutzschirm) zu stellen. Ziel des Verfahrens sei die Sanierung und Restrukturierung des Krankenhausbetriebs.

Die gute Nachricht vorab: Laut Geschäftsführung soll der Krankenhausbetrieb uneingeschränkt fortgeführt werden. Darüber hinaus sollen die Umstrukturierungen im Lichte der anstehenden Krankenhausreform des Bundes geplant und somit zukunftsfähig angelegt werden. Das ist vor allem ein gutes Signal an die engagierte Belegschaft. Da das Krankenhaus nicht Teil der Notfallversorgung ist, besteht aktuell keine Sorge, dass die medizinische Versorgung beeinträchtigt ist. Der Standort hat aber eine wichtige Bedeutung. Deshalb ist diese Entscheidung in Lahnstein wie in anderen Einrichtungen des Landes auch eine Herausforderung für alle Beteiligten. Wir stehen in kontinuierlichen Gesprächen mit diesem – wie mit allen – Krankenhausträger und den betroffenen Kommunen. Wir müssen klären, wie es gerade mit Blick auf die anstehende Krankenhausreform des Bundes, beim Einstieg und dem Übergang zum neuen Krankenhausplan bzw. der Zuweisung von Leistungsgruppen in Zukunft weitergeht. Auch mit Blick auf den Sicherstellungsauftrag der Kreisfreien Städte und der Landkreise hinsichtlich der stationären Krankenhausversorgung be-steht vor Ort großer Gesprächsbedarf. - Daniel Stich (Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz)

Die aktuell anstehenden Maßnahmen zur Sanierung des Krankenhauses seien interne Entscheidungen des Krankenhausträgers im Rahmen des Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung, das Ministerium habe bislang kein Mitentscheidungs-recht.

Ziel aller Anstrengungen muss sein, die ambulante und stationäre Versorgung der Bevölkerung bedarfsgerecht und weiterhin auf hohem Niveau zu gewährleisten und die Arbeitsplätze in der medizinischen Versorgung zu sichern. Wir wollen gemeinsam den Standort Lahnstein wirtschaftlich und medizinisch zukunftssicher aufstellen. - Daniel Stich (Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz)

Daniel Stich kündigte an, in Gesprächen mit dem Krankenhausträger noch in dieser Woche darauf hinzuwirken, dass dieser bei der Ausgestaltung der Klinikschwerpunkte die geografische Lage der Kliniken in Bezug auf die umliegenden Krankenhausstandorte berücksichtige, ggf. auch diejenigen angrenzender Regionen oder Bundesländer. Darüber hinaus sollen verstärkte Kooperationen und Absprachen mit anderen Krankenhäusern im regionalen Einzugsgebiet geprüft werden. Alles in allem sei er optimistisch, so Stich.

Die Chancen stehen gut, dass das Krankenhaus nach Durchführung des Schutzschirmverfahrens erfolgreich weitergeführt werden kann. - Daniel Stich (Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz)