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Kazmirek: Neuwied gibt mir ein gutes Gefühl für die WM

Kai Kazmirek lief bei 1100m Hürdenlauf zum ersten Platz. (Foto: LG Rhein Wied)


Es war ein spannender Tag für die Leichtathletik: Am Freitagnachmittag gab der Deutsche Leichtathletik Verband seine 79 Nominierten für die anstehende Weltmeisterschaft in Eugene (USA) bekannt, am Abend kamen drei von ihnen im Neuwieder Rhein-Wied-Stadion zum „Lotto Deichmeeting", der Mehrkampf-Generalprobe in Deutschland, zusammen, bevor die Könige der Athleten nach Nordamerika aufbrechen.
Die WM-Fahrer Niklas Kaul (USC Mainz), Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied) und Sophie Weißenberg (TSV Bayer 04 Leverkusen) machten drei Wochen vor der Weltmeisterschaftsentscheidung deutlich, dass sie sich bereits in guter Verfassung befinden. Die Zuschauer sahen in den vier durchgeführten Disziplinen einige sehr bemerkenswerte Leistungen des kleinen, aber hochkarätigen Teilnehmerfeldes. Dieses dünnte sich in den Tagen vor dem Wettkampf auf bittere Art und Weise aus: Lucie Kienast hatte sich im Weitsprung-Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen, Vanessa Grimm erwischte es mit einem Kreuzbandriss noch schlimmer.
Titelverteidiger Kaul und Lokalmatador Kazmirek sprinteten zum Auftakt Brust an Brust über die Hürden. Kaul freute sich über eine persönliche Bestleistung, der zeitgleiche, aber im Zielfoto um einen Hauch bessere Kazmirek über den Disziplinensieg. Für die Männer ging's im Diskuswurf weiter, und auch hier zeigten sich die beiden WM-Starter zufrieden mit ihren Leistungen. Kaul steigerte seine Saisonbestleistung auf 47,13 Meter, Kazmirek sprach von einer „starken Wurf" auf 44,50 Meter. Wie schon im Hürdensprint überbot er auch mit dem Diskus sein Ergebnis vom wichtigen Qualifikationsmeeting in Götizs.
Hinten heraus trumpfte Nico Beckers (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) auf und entschied den Hochsprung (2,01 Meter, höhengleich mit Kazmirek) sowie den 200-Meter-Lauf (22,03 Sekunden) für sich. Kaul hatte auf den Hochsprung verzichtet, um seinen Fuß zu schonen, Kazmirek hätte sich ausgangs eine bessere Zeit gewünscht, entschied mit 3355 Punkten die Gesamtwertung trotzdem. „Ich nehme mit den Leistungen ein gutes Gefühl mit", sagte Kazmirek bei der Siegerehrung.
Bei den Frauen genoss Deichmeeting-Stammgast Sophie Weißenberg die Atmosphäre. Die Leverkusenerin gewann alle vier Disziplinen und somit logischerweise auch den Vierkampf (3824) vor ihrer Bayer-Vereinskollegin Lara Siemer. Weißenberg brauchte für die 100 Meter Hürden 13,87 Sekunden, sprang 1,79 Meter hoch (und verzichtete auf die nächste Nähe), warf den Speer 47,59 Sekunden weit und sprintete die 150 Meter in 17,84 Sekunden.