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Oberliga: Nur TuS Koblenz hat etwas zu feiern

Andreas Retzmann (Mitte, mit der Kapitänsbinde) konnte den TSV Emmelshausen zwischenzeitlich in Führung bringen. (Foto: TSV Emmelshausen)


Besser hätte der Spielplan nicht ausgelegt sein können. Im direkten Aufeinandertreffen zwischen TuS Koblenz und der U21 des 1. FC Kaiserslautern wurde der letzte Teilnehmer an der Aufstiegsrunde ermittelt. Mit einem guten Ende für die Schängel. Die restlichen Teams aus der aktuell4u-Region blieben an diesem Wochenende sieglos.

TuS Koblenz – U21 1. FC Kaiserslautern: 4:2 (2:1)

Die TuS Koblenz hat am letzten Spieltag der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Gruppe Nord doch noch den vorzeitigen Klassenerhalt feiern können. Durch den 4:2-Erfolg gegen die U21 von Kaiserslautern zogen die Schängel in der Tabelle noch an den Pfälzern vorbei und sicherten sich somit den sechsten Tabellenplatz. Durch die damit verbundene Teilnahme an der Aufstiegsrunde, in der die jeweils sechs besten Teams aus der Nord- und der Südgruppe zusammengeführt werden, ist ein möglicher Abstieg kein Thema mehr.

Das war so einer dieser TuS-Tage, die wir lange nicht mehr hatten - mit einem gut besuchten Stadion, mit Emotionen, mit Drama und Tragödie. Michael Stahl (Trainer TuS Koblenz)

Die junge Koblenzer Mannschaft, die ohne ihren gesperrten Kapitän Andre Mandt auskommen musste, zeigte vom Anstoß weg eine couragierte Leistung. Der Wille war allen 22 auf dem Platz stehenden Akteuren anzumerken, jedoch wirkte die Stahl-Elf etwas griffiger in ihren Aktionen. So gingen die Gastgeber auch nicht unverdient in Führung: Jacob Pistor veredelte eine gut getimte Qenaj-Flanke mit dem Kopf zum 1:0 (23.). Nur fünf Minuten später war es erneut Pistor, der nach einer Ecke zustelle war und abermals per Kopf das zweite Tor des Tages erzielte (28.). Kaiserslautern war bis hierher vor dem gegnerischen Tor noch kaum in Erscheinung getreten. In der 41. Spielminute landete der Ball jedoch wie aus dem Nichts im Kasten der Koblenzer: Ein Freistoß von der halblinken Seite rutschte zu Scharwath durch, Schlussmann Stefan Djordjevic konnte nicht mehr reagieren. So ging es mit einer knappen 2:1-Führung für die Gastgeber in die Kabinen.

In Halbzeit Zwei wirkten die Gäste nun etwas agiler und gefährlicher, wenngleich auch keine klaren Torchancen herausgespielt werden konnten. Dennoch kamen die Lauterer zum Ausgleich. Lukas Szymczak grätschte Morabet im eigenen Sechzehner um, den fälligen Strafstoß verwandelte der drittligaerfahrene Stürmer mit Hilfe der Unterkante der Latte selbst (59.). Das Spiel stand nun auf der Kippe, doch Joker Adrian Knop brachte die Blau-Schwarzen mit Anbruch der Schlussviertelstunde im zweiten Versuch wieder auf die Siegerstraße (75.). Die Gäste mussten fortan mehr riskieren und ermöglichten den Schängeln so Kontergelegenheiten. Tief in der Nachspielzeit nutzte Umut Sentürk eine solche und sorgte nach einem Energielauf über den halben Platz für den frenetisch umjubelten 4:2-Endstand (95.): Der Ball kullerte mit Hilfe des Innenpfostens ins leere Tor - anschließend gab es für Fans, Spieler und Trainerteam kein Halten mehr.

Das ist die pure Freude, aber bei dem einen oder anderen sind dermaßen viele Zentner von den Schultern gefallen. Michael Stahl (Trainer TuS Koblenz)

Tore: 1:0 Jacob Pistor (23.), 2:0 Jacob Pistor (28.), 2:1 Mike Scharwath (41.), 2:2 Mohamed Morabet (59.), 3:2 Adrian Knop (75.), 4:2 Umut Sentürk (90.+5)

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot Umut Sentürk (90.+6) 

Zuschauer: 1015

SG 2000 Mülheim-Kärlich – FC „Blau-Weiß“ Karbach: 0:0 (0:0)

Das war glaube ich von beiden Seiten das schwächste Oberligaspiel, dass ich in dieser Saison gesehen habe. - Maximilian Junk (Trainer FC „Blau-Weiß“ Karbach)

Diese Aussage von FCK-Coach Maximilian Junk erklärt wohl das torlose Unentschieden im Derby zwischen Mülheim-Kärlich und Karbach am besten. Die 250 Zuschauenden bekamen eine Begegnung zu sehen, die nicht nur arm an Toren, sondern auch an Torchancen war. Zwar zeigte der FC Karbach, dass sie als favorisierte Mannschaft in das Spiel gegangen sind, dies wurde allerdings nur durch eine höhere Anzahl an Spielanteilen deutlich.

Wir hatten viel Ballbesitz und auch Kontrolle über das Spiel, kamen aber nie in unseren Rhythmus und unser gewohntes Spieltempo, sodass Chancen auf beiden Seiten Mangelware waren und das Ergebnis genau so in Ordnung geht. - Maximilian Junk (Trainer FC „Blau-Weiß“ Karbach)

Somit hat der FC Karbach allerdings auch die Chance verpasst, auf den zweiten Tabellenplatz vorzurücken und ist dabei sogar auf den fünften Tabellenplatz abgerutscht. Nun geht es mit 37 Punkten in die Aufstiegsrunde, welche in zwei Wochen beginnt. Dort möchte die Mannschaft vom Quintinsberg wieder an die Leistungen aus dem Jahr 2021 anknüpfen. In diesem Jahr warten die Vorderhunsrücker noch auf den ersten Pflichtspielsieg. FCK-Coach Junk geht aber fest davon aus, dass seiner Mannschaft diese Leistungssteigerung gelingt.

Wir werden in zwei Wochen, wenn die Aufstiegsrunde startet, ein anderes Gesicht zeigen, da bin ich fest von überzeugt. - Maximilian Junk (Trainer FC „Blau-Weiß“ Karbach)

Mülheim-Kärlich wird dann in der Abstiegsrunde aktiv sein. Auch wenn am Ende der vorzeitige Klassenerhalt nur um zwei Zähler verfehlt wurde, ist die Ausgangsposition im Abstiegskampf mit 27 Punkten mehr als solide.

Tore: /

Zuschauer: 250

TSV Emmelshausen – SV Gonsenheim: 2:3 (2:3)

Was war das für eine erste Halbzeit. Fünf Tore sahen die Fans am Samstag auf dem Kunstrasenplatz in Emmelshausen in den ersten 45 Minuten. Zweimal konnte ein Rückstand gedreht werden. Vier der fünf Tore fielen sogar innerhalb von nur elf Minuten. Alle dieser vier Treffer wurden vom Elfmeterpunkt erzielt.

Schon nach vier Minuten gingen die favorisierten Gäste aus Gonsenheim in Führung. Der TSV Emmelshausen brauchte ein wenig, um sich von diesem Schock zu erholen. Dann begann das Strafstoß-Festival. Nach einer halben Stunde gelang den Gastgebern nicht nur der Ausgleich durch Niklas Kasper. Nur drei Minuten später konnte Routinier Andreas Retzmann den TSV sogar in Führung bringen. Diese hielt aber nicht besonders lange. Dies war für TSV-Trainer Julian Feit schließlich auch der Grund für die Niederlage.

Wir haben eine sehr gute geschlossen Leistung gezeigt. Es war aus meiner Sicht ein 50:50 Spiel. Wir haben zu schnell nach unseren Toren die Gegentore gefangen. - Julian Feit (Trainer TSV Emmelshausen)

Nur eine Minute nach dem Führungstreffer für die Gastgeber erzielten die Gäste den Ausgleich, nur um die Partie weitere sieben Minuten später wieder komplett zu ihren Gunsten zu drehen. Dieser torreichen ersten Halbzeit folgte ein torloser zweiter Durchgang.

Der TSV Emmelshausen bleibt damit bei 18 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz und kann sogar noch an das Ende der Tabelle rutschen, wenn Bingen sein Nachholspiel gegen Waldalgesheim gewinnt. Trotz dieser Ausgangslage geht des TSV mit einigen positiven Gefühlen in die bevorstehende Abstiegsrunde. Der Grund dafür ist das Auftreten der Vorderhunsrücker in den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres.

Die 90 Minuten geben uns Mut. Mit der Leistung aus den letzten beiden Spielen werden wir noch viel Spaß haben. – Julian Feit (Trainer TSV Emmelshausen)

Tore: 0:1 Ferhat Gündüz (4.), 1:1 Niklas Kasper (30., Elfmeter), 2:1 Andreas Retzmann (33., Elfmeter), 2:2 Damir Bektasevic (34., Elfmeter), 2:3 Luan Rafael Barroso Rennstich (41., Elfmeter)

Zuschauer: 100

FV Engers – FSV Salmrohr: 1:1 (0:1)

Am letzten Spieltag in der Gruppe Nord blieb der FV Engers durch das 1:1-Unentschieden gegen den FSV Salmrohr im Stadion am Wasserturm etwas hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die FVE-Verantwortlichen hatten vor dem Spieltag sogar Tabellenplatz zwei im Visier gehabt. Doch der „Angstgegner“ aus dem Salmtal blieb auch im dritten Jahr, nach zuvor zwei Auswärtssiegen, ohne Niederlage und sorgte so dafür, dass in der Endabrechnung der FVE nur als Vierter abschließt.

Ohne ihren an Corona erkrankten Cheftrainer Lars Schäfer gingen die äußerst defensiv eingestellten Gäste bereits nach sechs Minuten nach einem abgefälschten Schuss von Gäste-Kapitän Daniel Bartsch den Alex Kirsch mühelos einschieben konnte mit 1:0 in Führung. „Damit war unser Konzept, so lange wie möglich ohne Gegentreffer zu bleiben, über den Haufen geworfen“, ärgerte sich der Engerser Trainer Sascha Watzlawik über die zu lasche Einstellung seiner Abwehrkräfte nicht nur in dieser Szene.

Salmrohr zog sich nun völlig zurück. Lediglich Hendrik Thul lauerte vorne auf weitere FVE-Fehler. Engers hatte zwar gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, doch Salmrohr die besseren Möglichkeiten. So scheiterte FSV-Spieler Julian Bidon (36.) ebenso knapp, wie sein Mitspieler Thul (43.) kurz vor dem Wechsel, als FVE-Torhüter Safet Husic noch gerade abwehren konnte. Pech hatten die Engerser zuvor durch einen gefühlvollen Heber von Noel Schlesiger (38.), der aber nur gegen den Pfosten prallte.

Auch im zweiten Abschnitt benötigten die Gastgeber einen Wachruf. Nur Sekunden nach Wiederbeginn musste Kirsch (46.) freistehend im Engerser Strafraum eine dicke Chance zum 2:0 nutzen. Doch der FVE hatte Glück.  „Da waren einige von uns noch gedanklich in der Kabine“, sah Watzlawik ungewohnte Mängel seiner Defensivabteilung.  Als Jonathan Kap (50.) nach einem Eckball von Christian Meinert zum 1:1 ausgleichen konnte, schien sich die Partie zugunsten der Gastgeber zu drehen. Doch trotz klarer Feldüberlegenheit fehlten die ganz klaren Möglichkeiten. Nur bei Standards kam die starke FSV- Abwehr etwas ins Schwitzen. Aber Salmrohr blieb bei den wenigen Entlastungsangriffen gefährlich und scheiterte durch Bidon (81.) knapp. Fast wäre Engers durch Kap noch der Siegtreffer in der Nachspielzeit gelungen. Doch der Kopfball verfehlte das Gästetor um Zentimeter. „Die frühe Führung hat uns geholfen. Der Punkt heute und zuvor drei Siege in Folge geben uns Rückenwind für die Abstiegsrunde“, hofft Karl-Heinz Kieren, der Sportliche Leiter des FSV, den Oberligaverbleib in der neuen Gruppe schaffen zu können. Dagegen kann der FVE mit 38 Punkten völlig ohne Druck in zwei Wochen in die Meisterrunde starten. „Es gibt sicherlich noch einiges zu tun. Heute war nicht das Gelbe vom Ei. Doch wir haben ja noch etwas Zeit“, sieht Watzlawik noch viel Luft nach oben bei seiner Mannschaft.

Tore: 0:1 Alex Kirsch (6.), 1:1 Jonathan Kap (50.)

Zuschauer: 230