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Oberliga-Vorschau: 16. Spieltag

Das Hinspiel zwischen Emmelshausen (in Weiß) und Mülheim-Kärlich (in Blau) war sehr umkäpft. So wird auch das Rückspiel erwartet. (Foto: TSV Emmelshausen)


Zwei große Namen treffen am 16. Spieltag in der Oberliga aufeinander. Eintracht Trier empfängt die TuS Koblenz zum Spitzenspiel. Eröffnet wird das Wochenende allerdings mit dem Derby im Tabellenkeller zwischen Mülheim-Kärlich und Emmelshausen. Für Engers und Karbach steht jeweils ein Heimspiel auf dem Programm.

SG 2000 Mülheim-Kärlich – TSV Emmelshausen (Freitag, 5. November, 20:00 Uhr):

Kellerduell in Mülheim-Kärlich. Von zwölf Mannschaften in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Staffel Nord belegen die beiden Teams derzeit die Plätze zehn und elf. Auf dem Papier stehen die Gastgeber noch etwas besser da. So hat Mülheim-Kärlich nicht nur einen Punkt Vorsprung vor Emmelshausen, sondern hat auch noch ein Nachholspiel zu absolvieren und dies ausgerechnet beim Schlusslicht aus Salmrohr. Beim Blick auf die aktuelle Formkurve, müssten die Gäste allerdings als Favorit ins heutige Derby gehen. Der letzte der Sieg der SG 2000 in der Liga liegt nun schon neun Partien zurück und war ausgerechnet im Hinspiel gegen den TSV Emmelshausen. Seitdem wartet die Mannschaft von Thomas Arzbach auf ein Erfolgserlebnis und rutschte inzwischen von Platz vier auf den besagten zehnten Tabellenplatz ab. TSV-Coach Philipp Frank ist allerdings aufgefallen, dass der Schein ein wenig trügt: „Bei den Spielen von Mülheim hat sich gezeigt, dass viele Partien sehr eng ausgegangen sind und nur Kleinigkeiten gefehlt haben.“ Die Gefahr, den formschwachen Gegner zu unterschätzen, besteht in Emmelshausen also nicht. Nichtsdestotrotz gehen die Gäste ambitioniert in die Begegnung. „Wir erwarten ein hart umkämpftes Match. Aufgrund unserer derzeitigen Form bin ich aber fester Überzeugung, dass wir als Sieger aus dem Spiel gehen werden auch wenn wir natürlich wissen, dass vieles wieder zusammenpassen muss“, so Frank.

Obwohl am Ende gegen Engers eine Niederlage zu Buche stand, war zumindest die zweite Halbzeit ein erneuter Beweis für die gute Form der Mannschaft aus dem Vorderhunsrück, trotz der derzeit langen Verletztenliste. Gegen Mülheim-Kärlich kann Frank zumindest wieder mit dem Einsatz von Luca Wolf und Niklas Kasper planen. Dagegen fallen mit Paolo Walther, Nils Bast, Simon Scheid, Nicolas Bruchmann, Dama Kanouté, Iljaz Gubetini, Jörn Reck und O‘Neal David erneut einige Spieler aus, wodurch der TSV-Coach erneut dazu gezwungen sein kann, auf Spieler der zweiten Mannschaft zurückzugreifen. So feierten zuletzt schon Tobias Steffen und Daniel Nick mit Kurzeinsätzen ihr Debüt in der Oberliga.

FV Engers – SV Alemannia Waldalgesheim (Samstag, 6. November, 15:30 Uhr):

Für den FV Engers stehen in den kommenden Tagen schwere Aufgaben auf dem Programm. Am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) erwartet der FVE in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, Gruppe Nord, den SV Alemannia Waldalgesheim im Stadion am Wasserturm. Am Mittwochabend gastiert an gleicher Stätte Eintracht Trier im Viertelfinale des Rheinlandpokals. Nur drei Tage später findet die gleiche Partie in der Liga unter Heimrecht der Eintracht im Moselstadion statt.

„Das ist schon deftig. Die Spieler haben kaum Zeit, einmal mental abzuschalten. Der Druck wird immer größer“, erwartet der Engerser Trainer Sascha Watzlawik „heiße Wochen bis zum Jahresende.“ Die Partie gegen Waldalgesheim könnte im Kampf um die begehrten sechs Plätze, die zu den Playoffs zur Meisterschaftsrunde berechtigen, zu einer Vorentscheidung führen. Bei einem Engerser Sieg und möglichen Ausrutscher der Mitkonkurrenten könnte der Abstand auf acht Punkte anwachsen. „Es wäre ein gutes Polster, aber nicht mehr. Es gibt für uns nur noch Endspiele. Der Druck wird immer größer. Die Meisterschaft hat eindeutig Vorrang. Frühestens ab Samstagabend dürfen wir an Trier und den Pokal denken“, appelliert Watzlawik an seine Mannschaft zunächst volle Konzentration auf die Alemannia. Am vergangenen Wochenende zeigte sich der FVE-Trainer nach dem verdienten 2:0-Sieg in Emmelshausen großzügig und gab gleich drei Tage trainingsfrei, um „die Köpfe mal wieder frei zu bekommen.“ Personell geht der Tabellendritte auf dem Zahnfleisch. Mit Lukas und Sören Klappert, Yannik Finkenbusch, Noel Schlesiger, Thilo Kraemer und Leon Gietzen drohen gleich sechs Akteure auszufallen. „Wir müssen kurzfristig sehen, wer zur Verfügung steht. Trotzdem werden wir eine konkurrenzfähige Elf auf das Feld schicken“, zeigt sich Watzlawik optimistisch. Die Gäste stuft er als eine ausgeglichene Mannschaft mit überragenden Qualitäten in der Offensive ein. „Deshalb müssen wir defensiv gut stehen und vorne unsere Chancen konsequent nutzen“, lässt Watzlawik offen, ob er wieder mit Dreierkette agieren wird.

FC „Blau-Weiß“ Karbach – Spfr. Eisbachtal (Samstag, 6. November, 17:15 Uhr):

Nach dem triumphalen Einzug ins Viertelfinale des Rheinlandpokals, unter der Woche in Mehring, steht für den FC Karbach nun wieder der Ligaalltag auf dem Programm. Dort erwartet der Zweitplatzierte der Oberliga die formstarken Eisbachtaler Sportfreunde zum Kräftemessen auf dem Quintinsberg. Eisbachtal hat seit fünf Spielen nicht mehr verloren und darf sich nun berechtigte Hoffnungen auf die Qualifikation für die Aufstiegsrunde machen. Unter anderem konnte man zuletzt mit einem Sieg gegen Waldalgesheim und einem turbulenten 4:4 gegen Trier Achtungserfolge erzielen. Die aktuelle Form der Gäste ist auch FCK-Trainer Maximilian Junk nicht verborgen geblieben, was allerdings nicht auf die Vorfreude drückt: „Wir freuen uns auf das Spiel gegen eine gute Eisbachtaler Mannschaft.“ Die Form der Gastgeber ist ähnlich. Zwar wurde in den letzten fünf Spielen eines verloren, dennoch ist die Punkteausbeute höher im Vergleich zu Eisbachtal in dieser Zeitspanne. Nicht nur deswegen wird sich in Karbach der zehnte Saisonsieg zum Ziel gesetzt. „Mich stimmen unsere gezeigten Leistungen optimistisch. Unser Anspruch ist, dass wir die drei Punkte auf dem Quintinsberg behalten“, so Junk.

Dann werden sicherlich auch wieder die beiden Top-Stürmer des FCK, Max Wilschrey und Jeremy Mekoma, auf dem Platz stehen, die im Pokal gegen Mehring eine Pause erhielten und zunächst auf der Bank Platz nehmen mussten. Jedoch hat dieses Spiel gezeigt, dass Karbach auch ohne die beiden Offensivakteure durchaus für Torgefahr sorgen kann.

SV Eintracht Trier – TuS Koblenz (Sonntag, 7. November, 14:00 Uhr):

Für die TuS Koblenz geht es am Sonntag zu Tabellenführer Eintracht Trier. Auf das Prestige-Duell an der Mosel freut sich auch der Koblenzer Coach Anel Dzaka: „Wir freuen uns Alle auf das Derby. Es erwartet uns eine Mannschaft die zurecht da oben steht, die in den letzten Jahren viel Geld investiert hat, mit einem großen Kader und viel individueller Klasse. Aber wir fahren da mit Mut und Selbstvertrauen hin und wollen was mitnehmen.“ Verzichten muss der TuS-Trainer dabei auf die Langzeitverletzten Eldin Hadzic (Schulter) und Ozan Ekici (Kreuzbandriss). Außerdem fehlen Ji-on Jeon (Bänderriss), Daniel von der Bracke und German Kurbashyan (Innenband). Fraglich sind zudem Marc Richter (Infekt) und Michael Stahl (Trainingsrückstand). Daher wird wahrscheinlich der ein oder andere A-Jugend Spieler die Reise mit an die Mosel antreten. Die beiden Mannschaft durchlebten einen recht unterschiedlichen Spieltag am letzten Wochenende. Während die TuS Koblenz aufgrund von Corona-Fällen beim Gegner Alemannia Waldalgesheim spielfrei hatte, musste sich Eintracht Trier zu Hause dem Tabellenletzten FSV Salmrohr mit 1:2 geschlagen geben. Ob dies ein Vorteil ist, sieht Anel Dzaka gewohnt realistisch: „Wir hätten schon gerne gespielt, aber die Pause hat einigen Spielern schon gut getan. Es war eine normale Woche, in der wir gut trainiert haben. Es ist kein Wunschkonzert und man macht wie es kommt.“ Anpfiff in Trier ist am Freitag um 14 Uhr.