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aktuell4u klärt auf: Gefahren in Küstengewässern

Die Nordseeküste ist traumhaft schön, doch zum Baden nicht ganz ungefährlich. (Foto: Pixabay)


Die Schwimmfähigkeit der Deutschen hat in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen. Dennoch zieht es viele in der heißen Jahreszeit zur Erfrischung ins kühle Nass. Vor allem die Nord- und Ostsee oder auch das Mittelmeer sind beliebte Reiseziele im Sommerurlaub. Hier sorgen vor allem die Gezeiten und Strömungen für Gefahr. Das Baden und Schwimmen im Meer ist noch gefährlicher als in Binnengewässern.

Durch Faktoren wie Wind, Strömungen oder die Beschaffenheit des Bodens, die sich jederzeit ändern können, kann sich die eben noch ruhige See innerhalb kürzester Zeit in ein wildes und gefährliches Gewässer verwandeln, dem selbst gute Schwimmer nicht gewachsen sind.

Eine der größten Gefahren am Meer sind die Gezeiten. Aufgrund der Anziehungskraft von Mond und Erde entstehen Ebbe (ablaufendes Wasser) und Flut (ansteigendes Wasser). Bei Ebbe wird Meeresboden freigelegt (Watt), welcher bei Flut wieder überspült wird. Ebbe und Flut wechseln sich dabei in einem ca. 6-Stunden-Rhythmus ab. Durch den ständigen Wechsel entstehen lange und tiefe Gräben (Priele). Selbst bei Niedrigwasser sammelt sich dort Wasser und sie bieten somit dem auflaufenden Wasser bei der Flut den schnellsten Weg in Richtung Küste. Dabei fließt das Wasser mit hoher Geschwindigkeit, was zu einer sehr starken Strömung führt. Daher sind Priele sehr gefährlich und unbedingt zu meiden! Selbst geübte Schwimmer dürfen auf keinen Fall versuchen, einen Priel zu durchschwimmen!

Bei Wattwanderungen ist unbedingt genügen Zeit für den Rückweg einzurechnen, um nicht vom schnell steigenden Wasser überrascht und auf einer Sandbank eingeschlossen zu werden. Der Weg zurück zum Ufer ist selbst für geübte Schwimmer meist nicht zu bewältigen und somit ohne Hilfe eine tödliche Falle. Watt sollte daher niemals alleine, sondern nur in Begleitung eines ortskundigen Wattführers betreten werden. 

Auch wenn hauptsächlich die Nordsee für ihre Gezeiten bekannt ist, gibt es auch in der Ostsee oder im Mittelmeer Ebbe und Flut. Die Ausmaße sind hier zwar deutlich geringer, dennoch können Strömungen entstehen, die gravierende Folgen haben können.

Brandungs-, Küsten- und Rippströmungen

Im Meer sind Brandung, Küsten- und Rippströmungen nicht zu unterschätzende Gefahrenquellen, die immer wieder zu Ertrinkungstoten führen. Doch wie wirken diese für uns nicht sichtbaren Strömungen?

Die Brandung ist sicherlich jedem bekannt, der schon einmal am Strand war. Im flachen Wasser im Küstenbereich brechen die Wellen und das Wasser wird von der Brandung gegen Sandbänke oder den Strand geschleudert. Dabei entsteht unterhalb der Wasseroberfläche ein Sog (Unterstrom), welcher von der Küste wegführt.

Auch heute noch sterben Menschen in teils nur brusttiefem Wasser, weil sie diesen Sog unterschätzen, der einem die Beine regelgerecht wegzieht. Fließt das Wasser parallel zur Küste und nicht als Unterstrom ab, so entsteht Brandungsströmung in unmittelbarer Ufernähe.

Die Küstenströmung befindet sich außerhalb der Brandungszone parallel zur Küste und verläuft entlang der Wellenfront. Sie entsteht durch die Gezeiten, unterschiedliche Wasserdichte und vor allem durch Windeinflüsse.

In Ufernähe wird das Wasser zunächst durch die Brandung aufgestaut. Das aufgestaute Wasser fließt mit großer Kraft an bestimmten Stellen durch die Brandungszone ins offene Meer. Hier entsteht die Rippströmung, mit der Schwimmer weit nach draußen getrieben werden. Daher ist die Rippströmung besonders gefährlich! Sollte man in eine Rippströmung geraten, ist es besser, nicht auf direktem Weg zum Strand zurück zu schwimmen, sondern seitlich auszuweichen.

Man sollte sich stets über die Kräfte dieser Strömungen bewusst sein und wissen, wie sie entstehen, um diese Art der Gefahrenstelle zu meiden.

Für den Besuch am Meer ist außerdem besonders zu beachten:
  • Baden und schwimmen nur in bewachten Badezonen
  • Nie bei gehisster roter Flagge ins Wasser gehen
  • Kinder nicht unbeaufsichtigt am oder im Wasser spielen lassen
  • Über die Gezeiten und Windverhältnisse informieren
  • Nur bei auflaufendem Wasser (Flut) baden gehen