Nele Johann, Filmstudentin aus Roes, dreht ihren Abschlussfilm in ihrer Heimat, thematisierend die 1950er Jahre und Gastarbeiter. Sie wird dabei von dem erfolgreichen Schauspieler Stefan Wilkening unterstützt.

3. August, Roes, der Ort mit der Burg und dem Wasserfall der Elz, 480 Einwohner. Die Gaststätte „Kessemattes“, pittoresk und wie aus einer anderen Zeit, ist Filmkulisse. Fünf Tage dreht Nele Johann, die seit 2020 ein Regiestudium an der Kölner Hochschule Macromedia absolviert, ihren Abschlussfilm.

Münstermaifeld, Roes, Kaisersesch, das sind die Lebensstationen der jungen Regisseurin. Nele ist die Tochter von Ute und Paul Johann, Paul Arzt in Kaisersesch, Ute stammt aus dem Münstermaifelder Getränkeunternehmen Mülhöfer, in dem ihre Geschwister Jutta und Helmut heute arbeiten.

Nele wollte auch einmal Medizin studieren, doch dann besann sie sich ihrer Vorliebe für die eher kreativen Dinge des Lebens. Sie mag es, Dinge zu entwickeln. „Ich lebe für interessante Begegnungen und gute Gespräche“, sagt sie. So kam sie nach Köln.

Und jetzt der Film in Roes. Die Geschichte geht in die 1950er Jahre. Viele, vor allem italienische Gastarbeiter, kommen nach Deutschland. Neben offenen Armen finden sie Ressentiments, Widerstände und Vorurteile. Genau das zeigt der Film, der in einem Maifelddorf spielt. Hannelore, eine heimische Frau setzt sich für die Gastarbeiter ein, allen voran die Italienerin Marina, ein. Sie will, dass die Italiener, die als Arbeitskräfte kamen, auch als Menschen behandelt werden und unterstützt ihre Freundin dabei, sich gegen ihren konservativen Ehemann durchzusetzen.

Rund 25 Statisten hat Nele Johann an diesen Tagen aufgeboten, darunter ihren Onkel Helmut und aus Hatzenport Rochus Ibald. Und mittendrin ist ein Profi. Hochschulabsolventen schreiben mit Blick auf ihre Abschlussfilme Schauspieler an und fragen sie, ob sie bereit sind, in dem Film eine Rolle zu übernehmen. Und im Falle von Neles Film hatte ihr Tante Jutta aus Münstermaifeld den Tipp gegeben, doch einmal nach München zu schreiben, wo der Hatzenporter Stefan Wilkening seit Jahren und mit Erfolg als Schauspieler und Sprecher arbeitet.

„Solche Briefe kommen öfter an bei meiner Agentin und viele kriege ich überhaupt nicht zu sehen. Aber dieser fiel mir in Hände“, erzählt Stefan Wilkening.  Und da konnte er natürlich schnell die Zusammenhänge herstellen: Tante Jutta, Maifeld, Heimat. Das reichte. Er las das Drehbuch, fand es interessant und er sagte zu.  Am 3. August war er da, für einen Drehtag, der um 16 Uhr beendet sein musste, weil dann die Gäste in die Kneipe kamen. „Die Kneipe erinnerte mich sofort an eine legendäre in Hatzenport, draußen da wo die Schweiz beginnt“. Stefan spielt in dem Film, dem ersten in seiner Heimat, den Dorfwirt Ruud.

Da treffen sich in Roes zwei, die aus einer Region kommen. Die eine geht als Regisseurin nach Köln, der andere als Schauspieler nach München. Um in Roes zusammenzukommen. Nele werde sicher ihren Weg gehen, sagt Stefan, der schon einen großen Teil seines Weges hinter sich hat. Mit Nele und Mama Ute und Tante Jutta und Onkel Helmut ist nun ein neues Kapitel Filmgeschichte im Leben des Stefan Wilkening entstanden.