Letztes Jahr war der FC Karbach noch im Finale des Rheinlandpokal - dieses Jahr weiß der FCK noch nicht, ob sie in den Lostopf für das Entscheidungsspiel gehen (Foto: P.Seydel).

Daniel Bernd: "Es muss einen Vertreter des Verbands im DFB-Pokal geben"

Im Fußball gibt es derzeit kein Thema, dass im Rheinland für mehr Aufruhr sorgt, als die Frage nach dem Teilnehmer für die neue Saison im DFB-Pokal. Zunächst plante der Fußballverband Rheinland ein Entscheidungsspiel zwischen Rot-Weiß Koblenz und Eintracht Trier. Mittlerweile ist nur noch der Regionalligist aus Koblenz gesetzt, während der Gegner in einem Losverfahren ermittelt werden soll.

Involviert ist unter anderem der Oberligist und Vorjahresfinalist im Rheinlandpokal FC Karbach. Daniel Bernd, Vorstandsvorsitzender des Vereins, spricht in einem Interview mit aktuell4u über den Entscheidungsprozess, die Rolle des FC Karbach und eine mögliche Fortsetzung des Rheinlandpokals.

Aktuell4u: Anfang der Woche wurde eine neue Regelung für das Entscheidungsspiel zur Qualifikation für die erste Runde des DFB-Pokals getroffen. Geben Sie uns einen Einblick in die Verhandlungen.

Daniel Bernd: Der Fußballverband Rheinland hat den Vorschlag gemacht, ein Entscheidungsspiel zwischen Rot-Weiß Koblenz und Eintracht Trier auszutragen, um den Teilnehmer des Verbands am DFB-Pokal zu ermitteln. Die Vereine wurden in den Entscheidungsprozess nicht integriert. Daraufhin wurden von bis zu 25 Vereinen Gegenvorschläge eingereicht. Uns ist bewusst, dass es keine Lösung gibt, die zu einhundert Prozent richtig ist. Dennoch hat auch der FC Karbach an einer Lösung mitgearbeitet, die für alle verträglich ist.

Aktuell4u: Wie bewerten Sie, aus Sicht des FC Karbach, die neuerliche Entscheidung des Fußballverband Rheinland bezüglich des Entscheidungsspiels zur Teilnahme am DFB-Pokal?

Daniel Bernd: Grundsätzlich dürfte kein Spiel stattfinden, da der gesamte Amateursport ruht. Es fällt mir schwer, meinen Kindern zu erklären, warum dieses Spiel stattfindet und sie nicht spielen dürfen. Der Amateursport lebt von seinen Fans. Deswegen vertreten wir die Meinung, dass solange kein Fußball mehr gespielt werden sollte, bis wieder Fans im Amateurbereich zugelassen sind. Dennoch muss es einen Vertreter des Verbands im DFB-Pokal geben, auch wenn dies am Ende wahrscheinlich Rot-Weiß Koblenz ist. Sie ist als einzige Mannschaft im Trainings- und Spielbetrieb und hätten die Möglichkeiten ein Spiel im DFB-Pokal auszutragen. Der FC Karbach ist seit Monaten nicht mehr im Training und hätte Schwierigkeiten, bis zum Finaltag am 29. Mai eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen, da erst ab einer Inzidenz unter 50 ein kontaktfreies Training in Kleingruppen möglich ist. Aus sportlicher Sicht ist es schwierig das Spiel stattfinden zu lassen, da das Risiko für Verletzungen für uns zu hoch ist.

Aktuell4u: Wird der FC Karbach im Lostopf der möglichen Gegner von Rot-Weiß Koblenz zu finden sein?

Daniel Bernd: Zurzeit werden noch Meinungen gesammelt, unter anderem auch öffentliche Meinungen, wie die der Kreisverwaltung. Die Tendenz geht momentan dahin, dass wir in diesen Topf gehen. Aus finanzieller Sicht ist es egal, ob wir dieses Spiel spielen und verlieren, was wahrscheinlich ist, oder ob wir es nicht spielen.

Aktuell4u: Befürworten Sie eine Fortsetzung des Rheinlandpokals auch ohne die Prämie der Teilnahme am DFB-Pokal?

Daniel Bernd: Auf jeden Fall! Der Rheinlandpokal ist ein toller Wettbewerb und es winken weiterhin finanzielle Prämien, die für viele Vereine lukrativ sind.

Aktuell4u: Der Rheinlandpokal würde dann im Sommer und aller Voraussicht nach immer noch ohne Fans stattfinden. Widerspricht das nicht ihrer Aussage, dass der Amateursport ohne Fans sinnlos ist?

Daniel Bernd: Die Teilnahme am Rheinlandpokal käme bei uns einem Vorbereitungsturnier für die kommende Saison gleich. Somit können sich die Spieler auf hohem Niveau wieder an den Leistungssport gewöhnen und gut vorbereitet in die neue Saison gehen.

Vielen Dank für das Interview. Das Interview führte Jan-Niklas Frohs.

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