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Die ungewöhnlichsten Polizeimeldungen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz

Die kuriosesten Polizeimeldungen aus unserer Region. (Bild: Pixabay)


Was hat die Nachrichten im vergangenen Jahr geprägt? Politik, Wirtschaft, Umwelt. Krisen, Krisen, Krisen. Und was noch? Polizeimeldungen; die machen einen Großteil der regionalen Nachrichten aus, bieten jedoch normalerweise keinen Unterhaltungswert. Geldautomatensprengung wird zum Leistungssport. Ladendiebe und Verkehrsrowdys füllen die Zeilen mit ihren Missetaten. Doch manchmal gibt es diese Nachricht, bei der man den Titel zweimal lesen muss.

Eine Nachricht in Form von „Frau wirft Dackel in Dönerladen“ (Kein Spaß, wirklich passiert), bei der man die Stirn runzelt und sich vielleicht lieber nochmal hinlegt. Aufpassen jedoch, wohin. Denn ein Nickerchen sollte man nicht in einem leerstehenden Geschäft halten und sich dann wundern, wieso das Rolltor geschlossen ist. Diese Erfahrung durfte im Juni ein Pärchen in Koblenz machen. Wir haben uns solche und weitere ungewöhnliche Polizeimeldungen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr angeschaut und die besten für euch zusammengefasst.

Gebranntes Kind scheut das Feuer

Den Anfang leistet sich die Meldung über ein überengagiertes Kind aus Koblenz-Güls das sich der Insektenbekämpfung widmen wollte. Der Borkenkäfer ist der Feind jedes Waldes. Feuer jedoch auch, weshalb die Idee des Kindes, den Baum anzuzünden, um den Eindringling zu vertreiben, nach hinten losgegangen ist. Der Borkenkäfer war am Ende weg, der Baum jedoch auch.

Kirschsaft sorgt für Polizeieinsatz

Aufmerksame Mitbürger sind wichtig, um der Polizei die nötigen Hinweise auf Straftaten zu liefern. Besorgte Koblenzer Bürger riefen die Einsatzkräfte, weil ihnen eine große Lache roter Flüssigkeit auf dem Gehweg aufgefallen war. Die Entwarnung folgte jedoch schnell, als sich herausstellte, dass es sich um ausgelaufenen Kirchsaft eines beschädigten LKW-Containers handelte. Das Leck wurde schnell behoben und die Kirschen konnten sicher ihr Ziel erreichen.

60 Jahre ohne Führerschein

Beinahe täglich muss sich die Polizei mit Fahrern ohne Fahrerlaubnis beschäftigen, doch einen außergewöhnlichen Fall bot ein 84-Jähriger in Vallendar. Der ältere Herr hatte nämlich vor 60 Jahren seinen Führerschein wegen eines Deliktes verloren und konnte den Beamten wohl jahrzehntelang bis zu dieser Kontrolle aus dem Weg gehen. Weiterfahren durfte er dann trotzdem nicht.

Heimweg ohne Schuhe

Nach Verkehrssündern sind es Ladendiebe, die der Polizei am meisten zu schaffen machen. Dieser erleichterte die Arbeit der Beamten jedoch enorm, denn er spazierte unschuldigen Gedankens einen Tag nach seinem Diebstahl in genau dasselbe Bekleidungsgeschäft, mit den geklauten Sneakern an den Füßen und konnte prompt von den Mitarbeitern erkannt werden. Den Heimweg musste der dreiste Dieb dann ohne Schuhe antreten.  

Sucht nach sauren Gurken

Jeder hat diese eine Leibspeise, die er nicht missen will. Das persönliche Soulfood, nachdem es einem einfach besser geht. Stinkig wird man schnell, wenn es einem aus irgendeinem Grund verwehrt bleibt, doch ein 21-Jähriger brachte es ein wenig zu weit. Der Entzug seiner geliebten sauren Gurken durch seine Mutter veranlasste ihn zur Randale, bei der er die Haustürscheibe einschlug und nur durch die Polizei wieder beruhigt werden konnte. Nach einem Gespräch über suchtbildende Stoffe, konnte der Gurkenliebhaber wieder entlassen werden.

Großeinsatz wegen Fotoshoot

Für ein cooles Instagrambild tut man viel. Einen Großeinsatz der Polizei auslösen, sollte jedoch nicht dazugehören. Eine täuschend echte Schusswaffe sorgte für einen besorgten Anruf bei der Polizei in Boppard, welche direkt mit voller Mannschaft ausrückte. Am Ende stellte es sich zwar nur als Fotoshooting heraus, doch der Schock der drei Möchtegernmodels beim Eintreffen der Einsatzkräfte war groß.

Kiffer fragt Polizeibeamten nach Weg

Achtsamkeit ist oberstes Gebot. Das gilt auch, wenn man einen Passanten nach dem Weg fragt. Vor allem, wenn man sich kurz zuvor einen Joint gegönnt hat und mit dem Pech gestraft ist, ausgerechnet einen Polizeibeamten nach Auskunft zu bitten. Noch schlimmer, wenn man dabei im Auto sitzt. Der 19-jährige aus Belgien wird sich in Zukunft zweimal überlegen, ob er nicht lieber ein Navi benutzt.

Nach Hacksteaks brauchts nen Magenbitter

Wünscht ihr euch auch manchmal, euch wäre egal, was andere denken? Ihr wollt einfach machen, was immer ihr wollt? Vielleicht nicht ganz so sehr wie der hungrige Ladendieb, der sich vor den Augen des Ladendetektives eine ganze Packung Hacksteaks in einem Koblenzer Einkaufsgeschäft reingehauen hat. Daraufhin konnte er es sich auch nicht nehmen lassen, vor der Geschäftsleitung ins Regal zu greifen, und sich einen Kräuterlikör zum Nachspülen zu genehmigen. 

Liebe macht verrückt

Die Liebe macht nicht nur mit Menschen verrückte Dinge. Auch Hühner wünschen sich den Partner fürs Leben und in Neuwied kam es deswegen zum Polizeieinsatz. Denn die freilaufenden Hennen gackerten frei durch die Gegend, auf der Suche nach einem Ersatz für ihren kürzlich verstorbenen Hahn und erregten die Aufmerksamkeit von Anwohnern und Passanten. Der Besitzer versprach, sich zeitnah um Ersatz zu kümmern. Hoffen wir, dass der Liebeskummer der Hühner bald vorrüber ist.

Der Dackel im Dönerladen

Am Ende schließt sich der Kreis wieder und wir kommen zum Dackel. „Frau wirft Dackel in Dönerladen“. Wie sehr man sich wünscht, das Wort „Puppe“ oder „Spielzeug“ in solch einer Meldung zu lesen. Vergeblich. Ein Trost kommt, wenn man erfährt, dass es dem Dackel gut geht und die Frau geschnappt wurde. Allerdings ohne sich einmal kräftig die Augen zu reiben, kann man solch eine Meldung nicht verarbeiten.

Ich behalte die Hoffnung, dass 2023 das Jahr ohne fliegende Dackel wird.

Zu einem Jahresrückblick aus der aktuell4u-Region kommt ihr hier.