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Jahresrückblick der Freiwilligen Feuerwehr Mayen

Das Hochwasser im Juli beschäftigte die Feuerwehr nicht nur einsatztechnisch, auch das Depot in der Maifeldstraße war betroffen. (Foto: Stadt Mayen)

Das alte Feuerwehrdepot in der Kernstadt wurde bereits 2020 niedergelegt, dort entsteht nun ein zeitgemäßer Neubau. (Foto: Stadt Mayen)


Der Monat Januar ist für die Feuerwehr Mayen traditionell mit der Jahreshauptversammlung und dem Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate verbunden. Wie bereits 2020 kann diese Veranstaltung jedoch nicht durchgeführt werden, dennoch blickt die Feuerwehr der Stadt Mayen auf ein ereignis- und zuvorderst auch einsatzreiches Jahr zurück.

Insgesamt waren im Jahr 2021 von den Wehrleuten 406 Einsätze zu bewältigen. Dies sind 172 Einsätze mehr als noch im vorhergehenden Jahr. Der wesentliche Anteil hiervon entfällt auf die Hochwasserlage vom 14. bis zum 16. Juli 2021.

Die ergiebigen Niederschläge in den Einzugsgebieten von Nette und Nitz Ende Juni bis Mitte Juli haben die Stadt wie auch die Wehr vor erhebliche Herausforderungen gestellt. - Wehrleiter Andreas Faber

Insgesamt waren rund 150 Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW), der Bundeswehr, des Betriebshofes der Stadt, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie der Feuerwehren aus Mayen sowie aus dem weiteren Kreisgebiet im Einsatz. „Dank einer Vorplanung aus den Erfahrungswerten der Hochwasserlage im Jahr 2016 und dem effizienten Zusammenwirken aller an der Gefahrenabwehr beteiligten Stellen, konnte die Lage zügig bewältigt und den betroffenen Bewohnern umfangreiche Hilfe angeboten werden.“, stellt Wehrleiter Andreas Faber fest.       

Neben diesem herausragenden Einsatz hatte die Feuerwehr jedoch auch das Tagesgeschäft im Sinne von Routineeinsätzen zu bewältigen. Zum Einsatzspektrum zählen, neben der Rettung von Personen aus Gebäuden mittels der im Jahr 2019 beschafften Drehleiter, mehrere Wohnungs- und Zimmerbrände, der Brand einer Garage in Hausen mit einstehendem Oldtimer, Verkehrsunfälle sowie Flächenbrände in den Sommermonaten.

Zum Abschluss des Jahres 2021 war die Feuerwehr durch einen Bombenfund im Bereich „Im Preul“ / „Neustraße“ gefordert. Hier galt es 1.900 Einwohnerinnen und Einwohner einschließlich zweier Pflege- und Betreuungseinrichtungen zu evakuieren. Insgesamt waren 230 Einsatzkräfte von DRK, THW sowie von der Feuerwehr im Stadtgebiet tätig.

„Zur Bewältigung dieser Aufgaben ist die Feuerwehr Mayen auf eine Vielzahl von Aktiven im Einsatzdienst angewiesen. Glücklicherweise ist die Personalentwicklung stabil.“, so Wehrleiter Andreas Faber. Die Feuerwehr Mayen verfügt zum Ende des Jahres 2021 über insgesamt 254 Wehrleute. Davon entfallen 134 auf den aktiven Einsatzdienst, 25 auf die Jugendfeuerwehr, 59 auf die Alters- und Ehrenabteilungen sowie 36 auf die musiktreibenden Züge. Dies sind insgesamt 13 Personen weniger als im Vorjahr.

„Rückblickend war die Gewährleistung des Ausbildungs- und Übungsbetriebes in den nunmehr zwei hinter uns liegenden Pandemiejahren eine besondere Herausforderung“, stellt Wehrleiter Andreas Faber fest. Sowohl im Jahr 2020 als auch im Jahr 2021 war der Lehrgangsbetrieb auf Ebene des Landkreises als auch bei der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie in Koblenz erheblich eingeschränkt. Dank einem alternativen, digitalen Schulungsangebot konnten jedoch eine Vielzahl von Kameradinnen und Kameraden fortgebildet werden. Entsprechende Onlineschulungen werden seit Jahresbeginn 2021 auch für die Mayener Wehr auf örtlicher Ebene angeboten.

Die praktischen Übungen und Ausbildungen fanden überwiegend in Kleingruppen sowie im Freien statt. Hier konnten besonders realistische Darstellungen zu Bränden und Verkehrsunfällen geübt werden. Auch sind die erforderlichen Übungen, insbesondere für die Atemschutzgeräteträger, bei der Berufsfeuerwehr in Koblenz unter Beachtung infektionsschutzrechtlicher Maßgaben durchgeführt worden. „Diese Maßnahme dient unmittelbar der Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Wehr, da jeder Atemschutzgeräteträger eine solche Übung einmal jährlich zu absolvieren hat.“, resümiert Wehrleiter Andreas Faber.

Die erforderlichen finanziellen Mittel für die Tätigkeiten der Feuerwehr wurden wiederum von der Stadt bereitgestellt. Als größte Positionen sind die Fertigstellung des Feuerwehrgerätehauses in Hausen sowie die Fortsetzung der Sanierung des Feuerwehrgerätehauses in der Kernstadt zu nennen. Hierfür sind durch die Stadt in den zurückliegenden zwei Jahren Mittel in Höhe von 1.490.317 EUR investiert worden. Auf den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Hausen entfielen hiervon in den zurückliegenden zwei Jahren insgesamt 645.960 EUR sowie auf die Fortsetzung der Kernsanierung des Feuerwehrgerätehauses in der Kernstadt 844.357 EUR. Hier konnte bereits im Jahr 2020 das Alte Depot niedergelegt und mit der Errichtung eines zeitgemäßen Neubaus begonnen werden. Mit einer Fertigstellung ist noch im Jahr 2022 zu rechnen. Auch die feuerwehrtechnischen Gerätschaften konnten mit 71.895 EUR nochmals erweitert werden. Neben der Beschaffung von Atemschutzausstattung wurde das Konzept zur Vegetationsbrandbekämpfung mit speziellen Schläuchen und Geräten in die Umsetzung gebracht. Ferner verfügen die Feuerwehrfahrzeuge zur Verhinderung von Verkehrsunfällen nunmehr über entsprechende Abbiegeassistenten.

„Die zurückliegenden zwei Jahre haben die Wichtigkeit der Arbeit unserer Wehr für die Stadt gezeigt.“, betont Oberbürgermeister Dirk Meid als „Chef“ der Wehr. „Ich danke allen Feuerwehrangehörigen, die in dieser Zeit Außerordentliches geleistet haben.“, schließt Wehrleiter Andreas Faber an.