Bald könnte der Ball wieder rollen.

Die Aussichten für den Amateursport: ein Kommentar von Hans-Peter Schössler

Was kann der Amateursport an Veränderungen in der Pandemie erwarten? Die Konferenz von Kanzlerin und Ministerpräsidenten der Länder am 3.März hat wenig Hoffnung gemacht, dass es absehbar zum Training und Wettkampfbetrieb in Außen-und Innensportarten kommen wird.

Die Politik setzt auf Schnelltests und vor allem eine Intensivierung des Impfens, auch über niedergelassene Ärzte, um so die Grundlage zu schaffen, eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 (weniger als 100 Infizierte bei 1000 Bürgern) zu erreichen. Bei einer Inzidenz über 100 bleibt es beim bisherigen Lockdown.

Ein erster Schritt dürfte in den kommenden Tagen, vorausgesetzt eine Inzidenz unter 100, die Zulassung eines kontaktfreien Außensports mit maximal 10 Personen sein. Sollte dieser Inzidenz-Korridor erhalten werden, dürfte in etwa 14 Tagen ein kontaktfreier Sport im Innenbereich möglich werden. Vom normalen Wettkampf oder Training im Fußball, im Handball, Basketball oder Volleyball sind wir aber immer noch ein Stück entfernt. Selbst ohne Zuschauer ist keine Öffnung geplant. Das ist schmerzhaft generell, für den Bereich der Kinder und Jugendlichen ganz besonders. Sie brauchen den Sport vor allem auch aus sozialen Gründen.

Wie schnell sich die Möglichkeit der Zulassung des Amateursportes beschleunigt, wird ganz wesentlich in den kommenden Wochen von den Schnelltests und dem Impferfolg abhängig sein. Je deutlicher die Inzidenz nach unten geht, desto mehr steigt die Chance, dass der Sport wieder zur Normalität kommt. Und dieses normal wird auf längere Sicht weiter begleitet sein von der Einhaltung der Hygieneregeln. Jeder Rückschlag in der Inzidenz führt zu einem erneuten Lockdown. Es wäre der dritte seit Anfang 2020 und es würde den Sport vor eine Zerreißprobe stellen. Noch stehen die meisten Mitglieder zu ihren Vereinen und sichern mit ihrem Beitrag die finanzielle Zukunft der gemeinnützigen Sportvereine. Und auch die Sponsoren zeigen in vielen Fällen Treue zum Verein  und das kann nicht hoch genug bewertet werden.

Die Verbände haben längst Alternativpläne entwickelt. Der Fußballverband Rheinland wäre am Ende schon froh, wenn er die Hinrunde in seinen Ligen hinbekäme und diese Hinrunde könnte, in Abstimmung mit den Vereinen, als Gesamtsaison gewertet werden, damit die nächste Spielzeit wenigstens einigermaßen normal beginnen könnte, wann auch immer. „Es ist eine Zeit, in der Improvisation, Vertrauen zwischen Verband und Vereinen und  sehr viel Rücksichtnahme miteinander einhergehen müssen“, sagt Walter Desch, Präsident des Fußballverbandes Rheinland. Und er trifft damit den Kern einer Situation, die alle noch auf längere Sicht fordert.

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