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Biokraftstoffe: Wie aus Abfall und Pflanzen ein Klimaretter wird

Biokraftstoffe könnten die Zukunft unserer Tankstellen sein (Quelle: Pixabay)


Eine Fahrt zur Tankstelle lässt vielen von euch mittlerweile einen Schauer über den Rücken laufen. Die Spritpreise steigen und erreichen regelmäßig Allzeithochs. Wo soll das noch hinführen und wie können Biokraftstoffe uns helfen?

Zu Beginn der Corona-Pandemie war der Benzinpreis so günstig wie seit zehn Jahren nicht mehr. Kaum vorstellbar, wenn man sich die aktuellen Preise anschaut, aber die Wirtschaft erholt sich wieder und Kraftstoffe bekommen eine hohe Nachfrage. Allerdings ist das nicht der einzige Grund für die steigenden Preise, denn den größten Anteil machen die Steuern aus. Dazu kommt seit 2021 die CO2-Abgabe, welche jährlich ansteigen soll. Kein Wunder, dass sich viele heutzutage nach Elektroautos umschauen. Doch auch Biokraftstoffe und sogenannte „E-Fuels“ können eine Alternative für die Zukunft bieten.

Auto fahren mit dem eigenen Abfall

E10 gibt es schon seit über einem Jahrzehnt an unseren Tankstellen und enthält bis zu 10 % Bioethanol. Das ist ein Kraftstoff der ausschließlich aus Biomasse hergestellt wird. Das Beimischen von Biokraftstoffen reduziert nicht nur die Emissionen, sondern fördert auch die lokale Landwirtschaft. Vielversprechend scheint auch die Nutzung von Schweinegülle oder Klärschlamm zur Herstellung von Kraftstoffen – Abfälle, für die es keinen Nutzen gibt und die keine Anbaufläche brauchen. Mittlerweile hat die Forschung aber auch neue Möglichkeiten zur Herstellung von klimafreundlichen Kraftstoffen gefunden: E-Fuels – synthetische Kraftstoffe. Siemens Energy und Porsche haben gemeinsam in Chile eine Anlage gebaut, die durch Windkraft aus Wasserstoff und CO2, Treibstoff herstellen soll. Durch die Nutzung von CO2 im Herstellungsprozess kann der Ausstoß bei der Verbrennung kompensiert werden. Das Ziel ist klar: Eine klimafreundliche Alternative an unserer bereits bestehenden Tankstelleninfrastruktur.

Warum nicht einfach ein Elektroauto?

Elektroautos erfahren aktuell einen Boom. Es gibt preisliche Förderungen und viele Hersteller stellen ihre Werke komplett auf Elektromobilität um. Allerdings gibt es ein Problem: Unsere Ressourcen sind begrenzt. Für den Bau von Batterien in Elektroautos werden seltene Erden verwendet. Ebenfalls wird unsere Stromversorgung auf die Probe gestellt, wenn die Elektromobilität weiter an Fahrt aufnimmt. Deswegen sind klimafreundliche Kraftstoffe eine gute Alternative, um unsere bereits existierende Verkehrsinfrastruktur zu unterstützen. Sie erreichen dasselbe Ziel und belasten nicht unsere eigene Energieversorgung. «Wer nur auf Batterieantriebe setzt, wird die Klimaziele nicht schaffen» sagt der Verband der Automobilindustrie (VBA). Mit steuerlichen Vergünstigungen und ohne CO2-Abgabe, wären Biokraftstoffe und E-Fuels eine gute Möglichkeit unseren steigenden Energiepreisen entgegenzuwirken und gleichzeitig unserem Klima zu helfen.