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Oberliga-Vorschau: 13. Spieltag

Nach dem Derby letzte Woche müssen Karbach und Emmelshausen nun gegen direkte Tabellennachbarn ran. (Foto: TSV Emmelshausen)


Der 13. Spieltag der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Staffel Nord könnte auch als Spieltag der Nachbarschaftsduelle betitelt werden. Nachbarschaft bezieht sich dabei sowohl auf die geografische Lage, als auch auf die aktuelle Tabellenposition. So trifft der Zweite auf den Dritten und der Elfte auf den Zwölften. Eröffnet wird der Spieltag mit dem Derby zwischen Mülheim-Kärlich und Koblenz.

SG 2000 Mülheim-Kärlich – TuS Koblenz (Freitag, 22. Oktober, 19:30 Uhr):

Die TuS Koblenz surft aktuell auf der Erfolgswelle. Erst den FV Engers geschlagen und dann am Mittwochabend im Rheinlandpokal ins Viertelfinale eingezogen. Nach einem Tag Pause geht es heute Abend ab 19:30 Uhr direkt weiter im Ligabetrieb. Die Schängel sind zu Gast bei der SG 2000 Mülheim-Kärlich. TuS Coach Anel Dzaka erwartet ein schweres Auswärtsspiel: „Das ist eine Mannschaft, die sehr gut gegen den Ball arbeitet und gut verteidigt. Da müssen wir wieder ans Limit gehen, um etwas Zählbares mitzunehmen.“ Verzichten muss er dabei auf fast eine komplette Mannschaft: „Kapitän Michael Stahl hat einen Faserriss in der Wade, Ji-on Jeon hat einen Bänderriss im Fuß und Daniel von der Bracke fehlt auch noch ein, oder zwei Wochen. Außerdem ist Gianluca Cicatelli beruflich unterwegs und German Kurbashyan laboriert an einer Innebandzerrung. Dazu kommen die beiden Langzeitverletzten Eldin Hadzic und Ozan Ekici.“ Doch das will Anel Dzaka nicht als Ausrede nehmen, wenn es mal nicht läuft: „Wir jammern nicht, wir nehmen die Situation wie sie kommt. Auch gegen Neitersen habe ich zwei A-Jugend Spieler ins kalte Wasser geworfen. Und Einer wird auch heute Abend wieder spielen. Die ersten 20 Minuten haben mir im Pokal zwar nicht so gefallen, aber danach haben wir es sehr ordentlich gemacht. Das erste Tor nach der Pause war der Dosenöffner für den Einzug ins Viertelfinale.“

Die SG 2000 Mülheim-Kärlich hofft hingegen, die positive Stimmung nach der Pokal-Sensation gegen Rot-Weiß Koblenz in die Liga zu übertragen. Ob Trainer Thomas Arzbach dabei wieder seinen Pokalhelden und damit der Startelf vom Dienstag vertraut oder ob er mit Jan Hawel diesmal einen klassischen Stoßstürmer von Anfang an bringt, bleibt abzuwarten.

FV Engers – 1. FC Kaiserslautern U21 (Samstag, 23. Oktober, 15:30 Uhr):

Die Verschnaufpause beim FV Engers ist nur kurz. Drei Tage nach dem 4:1-Erfolg bei der Spvgg. EGC Wirges im Fußball-Rheinlandpokal muss der FVE In der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, Gruppe Nord, gegen die U21 des 1. FC Kaiserslautern antreten. Der Anstoß im Stadion am Wasserturm erfolgt Samstag, 15.30 Uhr.

Der Kampf um die begehrten sechs vorderen Plätze in der Oberliga spitzt sich zu. „Wir müssen unsere Heimspiele gewinnen. Zumal haben wir gegen Lautern noch einiges gutzumachen. Im Hinspiel haben wir beim 1:2 nicht so gut ausgesehen“, fordert FVE-Trainer Sascha Watzlawik Einsatz, Kampf und Wille gegen den zweiten Anzug des Drittligisten. Die Lauterer zeigten sich im Vorfeld der Partie als faire Sportsleute, als sie dem kurzfristigen Wunsch des FVE auf Spielverlegung von Freitag auf Samstag nachkamen. „Ein mehr als kollegialer Zug von FCK-Trainer Peter Tretter. Das macht nicht jeder Verein“, freute sich Watzlawik über einen Tag mehr Pause nach dem schweren Pokalspiel in Wirges. Trotz großer personeller Probleme zeigte der Oberligist dort in der zweiten Halbzeit sein „wahres Gesicht“ und machte schnell das Weiterkommen im Pokal sicher. „Bis Samstag könnte der ein-oder andere Stammspieler wieder zum Kader zurückkehren.  Doch die Jungs haben in Wirges einen tollen Job gemacht. Wir werden kurzfristig entscheiden, ob wir personelle oder taktische Änderungen vornehmen müssen“, zeigte sich Watzlawik mit dem Auftritt in Wirges mehr als zufrieden. Sicher haben die FVE-Verantwortlichen nach dem Pokal Aus von Regionalligisten Rot-Weiß Koblenz ein gutes Abschneiden in diesem Wettbewerb auf dem Zettel, doch das Hauptaugenmerk liegt auf dem Erreichen der Play-offs zur Meisterschaft. „Der Kampf um die ersten sechs Plätze wird immer enger. Da dürfen wir uns in der Rückrunde keinen großen Ausrutscher leisten“, hofft Watzlawik auf einen Heimsieg.

SV Alemannia Waldalgesheim – FC „Blau-Weiß“ Karbach (Samstag, 23. Oktober, 15:30 Uhr):

Das Topspiel und Verfolgerduell findet an diesem Wochenende in Waldalgesheim statt. Die drittplatzierte Alemannia empfängt den zweitplatzierten FC „Blau-Weiß“ Karbach am Samstagnachmittag. Unterschiedlicher könnte die aktuelle Formkurve der beiden Teams jedoch kaum sein. Während Karbach die letzten beiden Parteien gegen die Lokalrivalen aus Emmelshausen und Mülheim-Kärlich gewinnen konnte, musste Waldalgesheim zuletzt zwei Niederlagen hinnehmen. Allerdings genoss der FC Karbach in den angesprochenen Spielen auch den Heimvorteil, während Waldalgesheim jeweils Auswärts ranmusste. Durch die letzten Ergebnisse konnte Karbach den zweiten Tabellenplatz von der Alemannia erobern. Das dies eine Gefahr darstellen könnte, weiß auch FCK-Trainer Maximilian Junk: „Waldalgesheim wird darauf aus sein, den zweiten Platz zurückzuerobern. Ich war sie am Sonntag in Gonsenheim anschauen und mir gefällt ihre Spielanlage sehr.“ Dennoch soll der zweite Platz nicht kampflos hergegeben werden. „Ich erwarte ein offensives, ausgeglichenes Spiel zweier guter Mannschaften. Das Ziel ist es auch nach dem Spiel noch auf dem zweiten Platz zu stehen“, so Junk.

Freudige Nachrichten gibt es zudem aus der medizinischen Abteilung, wie Junk verrät: „Der Trainingsplatz hat sich in dieser Woche wieder sehr gut gefüllt, sodass wir nur auf Michael Kohns und Julian Hornetz verzichten müssen.“ Also beste Vorrausetzungen für ein spannendes Spitzenspiel.

TSV Emmelshausen – FSV Salmrohr (Samstag, 23. Oktober, 17:30 Uhr):

Das Duell der Kellerkinder erwartet die Oberliga-Fans am späten Samstagnachmittag zum Abschluss des 13. Spieltags. Das Schlusslicht aus Emmelshausen empfängt den Vorletzten aus Salmrohr. Die Gäste haben nach der Spielabsage vom vergangenen Wochenende allerdings noch ein Spiel Rückstand. Auch deswegen ist ein Sieg Pflicht für den TSV Emmelshausen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Panik bricht aber nicht aus, wie TSV-Coach Philipp Frank erklärt: „Wir gehen ohne jegliche Angst in die Party, sondern mit Mut und großer Freude. Wir müssen uns aber zu hundert Prozent alles abfordern, um zu gewinnen.“ Trotz der sicherlich schmerzhaften Derbyniederlage letzten Samstag in Karbach, sieht Frank einen positiven Trend in der Entwicklung seiner Mannschaft, die zuvor zweimal in Folge nicht verloren hat. „Die letzten Spiele stimmen mich positiv, trotz Niederlage gegen Karbach werden wir wieder ein unangenehmer Gegner sein mit dem Ziel die drei Punkte in Emmelshausen zu lassen“, so Frank.

Sorgen bereitet hingegen mal wieder die Personalsituation. Nachdem schon letzte Woche zahlreiche Spieler ausgefallen sind, stehen im Aufeinandertreffen mit Salmrohr Paolo Walther, Gerrit Wißfeld, Dama Kanouté, Boubacar Barry, Simon Scheid und Nicolas Bruchmann nicht zur Verfügung. Hinzu kommen drei weiter Akteure des TSV Emmelshausen, die unter der Woche, aufgrund von Grippe und Verletzungen, nicht immer am Training teilnehmen konnten. Dennoch können sich die Fans wohl ein umkämpftes Duell im Tabellenkeller freuen.