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#onthisday: 20 Jahre 9/11

Zwei Lichtsäulen erinnern an die Zwillingstürme des World Trade Centers. (Foto: Unsplash)


Am Morgen des 11. Septembers 2001 wurden vier Passagierflugzeuge in den USA von Anhängern des radikal-islamischen Terrornetzwerks Al-Qaida entführt. Was folgte, sollte die Vereinigten Staaten bis heute prägen.

Dienstag, 11. September 2001, 8:14 Uhr. Ein Linienflugzeug mit 92 Menschen an Bord, wird auf dem Weg von Boston nach Los Angeles von fünf Mitgliedern des radikal-islamischen Terrornetzwerks Al-Qaida gekapert. Um 8:46 Uhr erreicht die Maschine New York City und rast mit einer Fluggeschwindigkeit von etwa 750 km/h in den Nordturm des World Trade Centers. Die Bilder des Einschlags gehen um die Welt. Zu diesem Zeitpunkt gehen alle von einem Unfall aus.

Doch bereits unmittelbar vor dem Einschlag, um 8:42 Uhr, wurde ein weiteres Linienflugzeug von fünf Terroristen entführt. Auch diese Maschine, besetzt mit 65 Passagieren, war auf dem Weg von Boston nach Los Angeles. Mit 870 km/h schlägt das Flugzeug um 9:03 Uhr in den Südturm des World Trade Centers ein. Spätestens jetzt wissen alle: die Vereinigten Staaten von Amerika werden angegriffen.

Nicht einmal eine Stunde später, um 9:59 Uhr, brach der Südturm des World Trade Centers in sich zusammen. Der Einbruch des Nordturms, in welchen das erste Flugzeug geflogen war, erfolgte um 10:28 Uhr. Durch die jeweiligen Einbrüche der beiden Wolkenkratzer, wurden auch umliegende Gebäude teilweise komplett zerstört. Alleine in New York City verloren an diesem Tag 2763 Menschen ihr Leben.

Doch die sogenannten „Twin Towers“ waren an diesem Tag nicht das einzige Ziel der Terroristen. Eine Passagiermaschine war am gleichen Morgen auf dem Weg von Washington D.C. nach Los Angeles, als fünf weitere Al-Qaida-Mitglieder das Flugzeug zwischen 8:51 Uhr und 8:54 Uhr entführten. Um 9:37 Uhr schlug die Maschine schließlich im Pentagon, dem Hauptsitz des Verteidigungsministeriums der USA, ein. Die Fassade des Gebäudes stürzte um 10:10 Uhr ein. Hier starben 189 Menschen.

Eine weitere Maschine wurde um 9:28 Uhr von vier Terroristen entführt. Diese war auf dem Weg von Newark nach San Francisco. Die Passagiere erfuhren während der Entführung von den Anschlägen auf das World Trade Center, weshalb sie versuchten, die Attentäter zu überwältigen. Das Flugzeug stürzte schließlich auf einem Feld bei Shanksville in Pennsylvania ab. Alle 44 Insassen starben. Später wurde bekannt, dass Washington das Ziel der Terroristen war.

Die Folgen der Anschläge

Unmittelbar nach den Anschlägen erklärte der damalige US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Terror. Osama Bin Laden wurde zum meist gesuchten Mann auf der Welt. Doch es dauerte nahezu zehn Jahre, bis der Al-Qaida-Gründer gefunden werden konnte. Am 2. Mai 2011 wurde Bin Laden von einer US-Spezialeinheit in Pakistan erschossen.

Zudem begannen die Vereinigten Staaten zwei Kriege, deren verheerende Folgen aktueller denn je sind. Zum einen wurde seit September 2001 ein Krieg gegen den Irak angestrebt, wegen der angeblichen Verbindung von Diktator Saddam Hussein zur Al-Qaida. Der UN-Sicherheitsrat verweigerte den USA im Februar 2003 die Legitimation des Irakkrieges. Dennoch begann die USA den Irakkrieg im März 2003 ohne UN-Mandat. Die Folge: der Sturz Husseins und jahrelang viele weitere Terroranschläge vom irakischen Zweig der Al-Qaida. Die Besetzung Amerikas endete 2011 mit über 600.000 Toten.

Bis heute noch präsenter ist der Krieg in Afghanistan. Dieser begann am 7. Oktober 2001, mit dem Ziel, die seit 1996 herrschende Taliban-Regierung zu stürzen und Al-Qaida zu bekämpfen. Dies gelang zunächst im November und Dezember 2001 mit der Eroberung der Hauptstadt Kabul und der Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz. Unterstützt wurde die USA von vielen NATO-Mitgliedsstaaten, unter anderem auch von Deutschland.

Jedoch hielt der Krieg an. Immer wieder war die afghanische Zentralregierung Angriffen durch Guerilla-Gruppen ausgesetzt. Im April dieses Jahres kündigte der amtierende Präsident Joe Biden den Abzug aller US-Streitkräfte aus Afghanistan bis zum 11. September 2021 an. Dem folgten alle beteiligten NATO-Länder. Aus diesem Rückzug resultierten enorme Landgewinne der Taliban, sodass die radikal-islamistische Terrorgruppe am 15. August 2021 wieder die Macht übernahm und am 19. August das Islamische Emirat Afghanistan ausrief. Somit war der Krieg nicht von Erfolg gekrönt und kostete tausende Menschenleben.

Patriot Act und Freedom Act

Am 26. Oktober 2001 wurde ein US-amerikanisches Bundesgesetz verabschiedet, als Reaktion auf die Terroranschläge und Teil des Kriegs gegen den Terror. Beim USA Patriot Act handelt es sich um ein Akronym, dass sich wie folgt zusammensetzt: Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act. Übersetzt: Gesetz zur Einigung und Stärkung Amerikas durch Bereitstellung geeigneter Instrumente, um Terrorismus aufzuhalten und zu verhindern. Durch dieses Gesetz wurden die amerikanischen Bürgerrechte drastisch eingeschränkt und das Reisen in den Vereinigten staaten erschwert.

Teile dieses Gesetzes sind im Jahr 2015 abgelaufen und wurden durch den USA Freeedom Act ersetzt. Bedeutung: Uniting and Strengthening America by Fulfilling Rights and Ensuring Effective Discipline Over Monitoring Act. Dieses Gesetz bietet allerdings nur leichte Änderungen im Bereich der Überwachung von Telekommunikationsdaten.