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Robert Habecks unbequeme Wahrheit zu der Energiekrise

Robert Habeck gibt sich in Zeiten der Unsicherheit klar und zielführend - eine Eigenschaft die bei vielen Sympathie hervorruft. (Bild: © Urban Zintel/Die Grüne)


Robert Habeck ruft zum Energiesparen auf und sagt uns unbequeme Zeiten voraus – eine harte Ehrlichkeit, die bei den Deutschen plötzlich auf offene Ohren stößt.

Wenn man in Deutschland eine Umfrage starten würde, in der man nach dem Hauptakteur der neuen Bundesregierung in der Russland-Ukraine-Krise fragen würde, so wäre das Ergebnis in vielen Fällen Robert Habeck. Im Gegensatz zu Bundeskanzler Olaf Scholz, welcher sich anfangs durch seine zurückhaltende und ruhige Vorgehensweise ausgezeichnet hat, jedoch in Umfragen immer mehr in die Unzufriedenheit rutscht, schlägt unser Bundesminister für Wirtschaft und Energie in der Öffentlichkeit Wellen. Seine klare Stellung zu der Energiekrise und den nötigen Maßnahmen ist eine erfrischende Abwechslung zu den Plattitüden, die uns vorige Politiker verzapft haben. Die Deutschen haben es satt, die immer gleichen glorifizierenden Phrasen zu hören, die uns jahrelang aufgetischt wurden. Es war an der Zeit, dass uns jemand in deutlichen Worten formuliert, was auf uns zukommt. Die deutsche Gesellschaft wird nicht ohne Schaden davonkommen, die Wirtschaft wird leiden, Sanktionen treffen auch uns und wir können nicht garantieren, dass jedes Unternehmen mit Energie versorgt werden kann. Worte, die uns in Deutschland dazu auffordern, für unsere Zukunft selbst tätig zu werden. „Alle müssen jetzt ihren Beitrag leisten“ verkündet Habeck in den Tagesthemen.

Wenn die harte Wahrheit eine angenehme Abwechslung ist

Noch wenige Monate zuvor versprachen Politiker in den Wahlkämpfen, dass man die Energiewende ohne weitere Einbußen hinter sich bringen kann. Die deutsche Wirtschaft ist stark, die Umrüstung auf erneuerbare Energien im vollen Gange. Sätze ohne Inhalt für die, die den politischen Kurs der Energiewende in den vergangenen Jahren miterlebt haben. Eine alteingesessene Regierung, die auf ihrem bekannten Weg festgefahren ist. Ein Blick auf die Zahlen der neuen Windkraftanlagen gibt Auskunft genug, wie die Energiewende aktuell vonstattengeht. Eine Regierung, die es geschafft hat aus Deutschland, einem Vorreiter im Thema Fotovoltaikanlagen, einen abhängigen Importeur eines chinesischen Monopolmarkts zu machen, möchte man vielleicht nicht mehr zuhören, dass wir in der Energiewende auf einem guten Weg seien. Die Sympathie der Öffentlichkeit für Robert Habeck ist nur verständlich, wenn man sich vor Augen führt, wie wichtig es in der heutigen Zeit ist, jemanden zu haben, der einem die harte Wahrheit auf den Tisch setzt. Eine Doktrin, die der vorherigen Regierung über Jahre gänzlich gefehlt hat, aber in Angesicht der Klimakrise, der Energiekrise und der aufkommenden politischen Spannungen in Europa angebracht gewesen wäre.

Der Tag an dem die Klimakrise zur Sicherheitspolitik wurde

Am 24. Februar hat der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine begonnen. Ein Datum, welches  auch den Beginn einer Zereißprobe für die neue Bundesregierung markiert. Es liegt nun an einer frischen unerprobten Regierung das Ruder in die Hand zu nehmen und geltend zu machen, was jahrelang in Talkshows und Wahlkämpfen versprochen wurde, auch wenn sie sich die Umstände dafür wahrscheinlich einfacher vorgestellt haben. Die ersten Weichen für eine unabhängige Zukunft hat das Kabinett mit dem "Osterpaket" gelegt: „Wir werden den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt fast verdoppeln“, sagt Robert Habeck. Damit wird eine Gesetzesnovelle verabschiedet, welche die größte energiepolitische Novelle seit Jahrzehnten ist. Ein ungewohntes Gefühl, dass solche Versprechungen erst gemacht werden, nachdem das Gesetzespaket beschlossen wurde. Doch genau das ist eine Eigenschaft, die vielen unserer regierungsbildenden Politiker gefehlt hat, welche gleichzeitig eine ist, die vor allem wir Deutschen sehr schätzen: Taten, statt Worte sprechen zu lassen. Partnerschaften mit den Emiraten, Bau von Flüssiggasterminals oder die staatliche Übernahme der deutschen Gazprom Tochter – Robert Habeck übernimmt in einer kritischen Zeit die Zügel der Nation und versucht uns mit klaren Entscheidungen durch diese Krise zu lenken. Ob sich alle Entscheidungen am Ende rentieren werden, bleibt abzuwarten. Doch für viele reicht es schon, dass es jemanden gibt, der die Verantwortung übernehmen will.