Christian Noll ist seit Jahren der Macher bei TuS Rot-Weiß Koblenz (Foto: D.Mühlen).

Christian Noll: "Heiner Backhaus ist ein Menschenfänger"

Christian Noll ist seit Jahren der Macher hinter den Erfolgen von TuS Rot-Weiß Koblenz. Von der Kreisliga bis in die Regionalliga hat Noll den Verein begleitet und geführt. Insbesondere nach dem unverhofften Klassenerhalt der Saison 2019 / 2020 hat TuS Rot-Weiß Koblenz einen starken Wandel erlebt. Viele lokale Größen wie Derrick Miles oder Thilo Krämer verließen den Verein, neue Gesichter aus namhaften Nachwuchsleistungszentren und gestandenen Vereinen der Bundesrepublik fanden den Weg ans Deutsche Eck.

Trotz kaum vorhandener finanzieller Mittel steht TuS Rot-Weiß Koblenz nach 34 von 42 Saisonspielen mit zehn Punkten Vorsprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz in bester Position, um den Klassenerhalt zu erreichen. Im Interview mit aktuell4u spricht Christian Noll über den sportlichen Erfolg, Heiner Backhaus und Aussichten für die Zukunft.

Aktuell4U: Herr Noll, 48 Punkte nach 34 Spielen. Zehn Punkte Vorsprung auf einen ersten Nichtabstiegsplatz. TuS Rot-Weiß Koblenz feiert in 2021 eine Erfolgsgeschichte. Ist der Klassenerhalt schon in trockenen Tüchern?

Christian Noll: Ich habe ja schon mehrfach betont, dass ich glaube, dass wir 51 Punkte brauchen, um die Klasse zu halten. Dementsprechend wäre der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern. Vielleicht sind es dieses Jahr aber auch 53 Punkte, die wir brauchen, um sicher die Klasse zu halten. Wer weiß das schon? Wir tun gut daran weiter von Spiel zu Spiel zu denken ohne uns auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen.

Ihr habt mittlerweile mehr Spiele gewonnen als verloren und seid ein unangenehmer Gegner für alle Mannschaften in der Regionalliga Südwest, obwohl der Kader vor der Saison neu zusammengewürfelt wurde. Was macht diese Mannschaft aus, dass sie so gut ist?

Ich glaube, dass uns Corona in der Hinrunde schon sehr stark gebeutelt hat, weshalb es etwas Zeit gedauert hat bis sich die Mannschaft mit vielen neuen Spielern gefunden hat. Ein solcher Prozess braucht immer Zeit. Gleichzeitig hat uns die Pandemie auch sehr eng zusammengeschweißt, weil es neben dem Sport nur sehr wenige Alternativen gibt und wir aufgrund der ganzen Thematik noch enger zusammenrücken mussten. Wir sind heute eine sehr verschworene Einheit, sowohl auf dem Platz als auch im privaten Bereich.

Heiner Backhaus ist der Vater des Erfolgs. Erst kürzlich habt ihr den Vertrag bis 2023 verlängert, obwohl er andere Angebote hatte. Wie habt ihr das geschafft ihn hier zu halten?

Zunächst einmal gilt es festzuhalten, dass der Anteil von Heiner Backhaus am Erfolg dieser Mannschaft riesig ist. Er ist ein Menschenfänger. Heiner, genauso wie auch Manu (Anm. d. Red.: Manuel Moral-Fuster; Assistenztrainer), lebt den Fußball. Von morgens bis abends geben die Beiden Vollgas für Fußball. Warum wir ihn halten konnten? Ich glaube, und das wird Heiner bestätigen, dass er sich wohl fühlt bei TuS Rot-Weiß Koblenz, in der Stadt Koblenz und der ganzen Region. Er kann sich hier verwirklichen und etwas aufbauen. Die Region lechzt ja geradezu nach Fußball.

Die Leistungen eurer Mannschaft wecken bekanntlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. Wie laufen die Kaderplanungen für 2022?

Wir sind in Gesprächen mit den Spielern aus dem aktuellen Kader und ihren Beratern. Unser Ziel ist es natürlich eine Achse zu halten. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass es schwer wird, weil viele Jung sich für höhere Aufgaben empfohlen haben. Wenn jemand den Sprung nach oben schafft, freuen wir uns, weil es eine Auszeichnung für uns als Verein ist. Am Ende des Tages sind wir auf diesem Level ein Ausbildungsverein. Wenn wir es schaffen Spieler weiterhin besser zu machen, dann sind wir zukünftig aber auch weiter interessant für junge talentierte Spieler.

Kurzfristig wart ihr in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich. Wie wollt ihr nachhaltig die Klasse halten, um Strukturen zu schaffen?

Manu ist bekanntlich seit einigen Monaten auch Leiter der Jugendabteilung. Er versucht gute Trainer zu finden und die Infrastruktur zu verbessern. Und dabei gibt er absolut Vollgas, das ist Wahnsinn. Um uns weiter zu etablieren ist es natürlich das Ziel insbesondere die Infrastruktur hier zu verbessern.

42 Spiele habt ihr am Ende absolviert. Der Pokal steht noch aus. Freust du dich auf die Pause?

Nach der Saison geht es bekanntlich für einen Funktionär erst richtig los. Neue Spieler werden kommen und wollen verpflichtet werden. Wir suchen natürlich weiterhin Sponsoren. Langweilig wird mir jedenfalls nicht nach der Saison. Wir werden wieder Gas geben, um weiter zu kommen und den Status Quo zu halten oder zu verbessern.

Vielen Dank für das Interview. Das Interview führte Tobias Lommer. 

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